Jon Hopkins - Insides - Cover
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Jon Hopkins Insides


  • Label: Domino Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Werk, das stark beginnt, aber ab der Hälfte etwas die Kreativität vermissen lässt.

Ein Mann wie Jon Hopkins, den Coldplay für ihr letztes Album „Viva la Vida“ als Co-Produzenten und Co-Songschreiber verpflichteten, kann sich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen. Wenn dann noch ein Name wie Brian Eno fällt, ist Jon Hopkins mit einer Präsenz gesegnet, die durchaus dem neuen, dritten Album „Insides“ zuträglich sein dürfte. Mit eben diesem Brian Eno arbeitet Mr. Hopkins derzeit an der Filmmusik zum neuen Peter Jackson-Streifen „The Lovely Bones“ und fühlt sich auch auf dem vorliegenden Solo-Album in Klanglandschaften zuhause, die in Filmen genau so funktionieren wie im Kopfkino, obwohl eine gewisse Trägheit dem Longplayer in der Gesamtheit zu schaffen macht.

Das tieftraurige Violinenspiel im Opener „The Wider Sun“ ist mit seiner vermeintlichen Trägheit noch ein wohliger Schauer, denn mit „Vessel“ brechen nach dem Piano-Intro überraschend wuchtige Breakbeats und verzerrte Sounds in apokalyptischer Manier los, die den Wohlklang in Form des Pianos mit albtraum-artigen Soundscapes verbindet. Dabei setzt erneut die Violine Akzente, die einen tief in das Album vordringen lassen und gerade im Spannungsfeld von sanft treibender Melancholie sowie ungemütlicher Beat-Dringlichkeit facettenreich dem Werk Bilder geben, für die man wahrlich keinen Film zur Unterstützung benötigt. Als klaustrophobisch kann man den Titeltrack bezeichnen, der den starken Beginn des Albums fortsetzt und dabei auf unterkühlt verzerrte Klanggebilde und noisige Elemente eingeht, um von der gehauchten weiblichen Stimme an einen seltsamen Ort geleitet zu werden, an dem die Melodien nur den Anschein haben, freundlich gesinnt zu sein. Es lauert der Knall und damit die Spannung.

Diese lässt allerdings ab der Hälfte stark nach und tritt in die übliche Ambient-Falle: Die Melodien traben lieblich vor sich her und stranden an der Küste der Sorglosigkeit, um schließlich nicht grundlos von der Beliebigkeit eingeholt zu werden. So zum Beispiel bei „Light Through The Veins“, welches in seiner Hymnenhaftigkeit vorerst zufrieden stellt, für das jedoch auch locker die Hälfte der Zeit gereicht hätte. Eben diese prägnante Keyboard-Melodie findet sich in einer überarbeiteten Version als In- sowie Outro auch auf besagtem Coldplay-Album und konnte dort in einem anderen Zusammenhang mehr punkten. Und so endet dann ein Werk, welches stark beginnt und ab der Hälfte allzu süßlich electro-pluckernd die Kreativität vermissen lässt.

Anspieltipps:

  • The Wider Sun
  • Vessel
  • Insides

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