Death Cab For Cutie - The Open Door EP - Cover
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Death Cab For Cutie The Open Door EP


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 17 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Eingefleischte Fans der Band dürfen getrost zuschlagen, alle anderen hören sich besser doch erst mal die Alben „Narrow Stairs“ und vor allem das vorzügliche „Plans“ an.

Es soll hin und wieder vorkommen, dass eine Band der Meinung ist, dass das gerade erschaffene Material nicht gut genug oder einfach nur zu „anders“ ist, um es auf das nächste Studioalbum zu schaffen. Oftmals bleiben diese aufgenommenen Songs dann für immer in irgendwelchen Schubladen liegen, oder werden bestenfalls als B-Seite(n) für eine Singleveröffentlichung verwendet. Eine weitere Option ist allerdings, dass die Band dieses vermeintliche Ausschussmaterial auf eine schmucke EP packt und den treuen Fans auf diesem Wege ein wenig Futter zwischen dem letzten und dem nächsten Studioalbum gibt. So geschehen bei Death Cab For Cutie.

Im letzten Frühjahr veröffentlichte die Band aus Bellingham (Washington) ihr Album „Narrow Stairs“, welches es bis an die Spitze der amerikanischen Billboard Charts schaffte und auch in Deutschland zumindest in die Top 50 der Albumcharts vordringen konnte und welches ohne qualitativ an die herausragende Vorgängerplatte „Plans“ anknüpfen zu können dennoch dafür sorgen konnte, dass Death Cab For Cutie nicht mehr nur ausschließlich Indie-Rock Fans ein Begriff sein dürfte. Fans der „O.C. California“-Serie dürften mit Death Cab ohnehin schon sehr lange vertraut sein – Adam Brody sei Dank!

„The Open Door“ heißt nun also die neue EP, welche vier aus den „Narrow Stairs“ Sessions übrig gebliebene Aufnahmen und die Demo Version von „Talking Bird“ beinhaltet und mit einer Spieldauer von knapp 17 Minuten selbst für eine EP nicht gerade übermäßig lang daherkommt. „Little Bribes“ klingt wie ein countrylastigerer „Belle and Sebastian“ Song von deren „Dear Catasrophe Waitress“ Album und ist eigentlich kein schlechter Song, reißt einen dennoch auch nach mehrmaligem Hören nicht wirklich vom Hocker. Hätte tatsächlich nicht so gut auf „Narrow Stairs gepasst“. „A Diamond and a Tether“ kommt da schon vertrauter daher und weiß mehr zu überzeugen. Hier ist sie wieder, die altbekannte Mischung aus Melancholie und den Vocals von Ben Gibbard. Mehr als gewohnte Death Cab-Kost wird hier allerdings auch nicht geboten – was ja per se nichts negatives ist, aber die Band bewegt sich nun schon seit geraumer Zeit auf einer routinierten Klangschiene ohne mit großen Änderungen aufzuwarten. Dass das lange gut gehen kann, steht außer Frage, und solange sich das alles gut verkauft spricht, vom künstlerischen (R-)Evolutionsanspruch mal abgesehen, auch wenig dagegen.

„My Mirror Speaks“ ist vermutlich der beste Song der EP. Gesangstechnisch einwandfrei wie so oft, hat dieser lyrisch recht depressive Song („Cause I'm a man who hides /From all that binds /In a mess of fading lines / There's a tangled thread /Inside my head /With nothing on either end“) dennoch auch den Groove und die Melodie nicht vergessen und sticht so aus den anderen Tracks heraus. Mit „I was once a loyal lover“ nähert man sich dann bereits in eiligen Schritten dem Schluss. Hier wird es mal kurzzeitig etwas rockiger und auch dieser Song ist kein schlechter, kommt aber keinesfalls an die großen Death Cab For Cutie Songs vergangener Tage und Platten heran. Schließlich gibt es da noch die Demo Version von „Talking Bird“. Schon die schöne Albumversion war ja eher ruhigerer Natur – hier besteht der Song nur noch aus einer akustischen Gitarre und der Stimme Gibbards.

„It's all here for you / As long as you choose to stay, hey / It's all here for you / As long as you don't fly away.“ In diesem Sinne... Eingefleischte Fans der Band dürfen getrost zuschlagen, alle anderen hören sich besser doch erst mal die Alben „Narrow Stairs“ und vor allem das vorzügliche „Plans“ an.

Anspieltipps:

  • A Diamond and a Tether
  • My Mirror Speaks

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