British Sea Power - Man Of Aran - Cover
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British Sea Power Man Of Aran


  • Label: Beggars/Rough Trade
  • Laufzeit: 74 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die mit 74 Minuten verhältnismäßig lange CD wird voraussichtlich nicht viele Hördurchläufe bekommen.

Es ist ein ziemlich aussergewöhnliches Projekt, das Yan, Noble, Hamilton und Wood – oder kurz British Sea Power – da angegangen sind. Anlässlich des Erscheinens einer DVD des 1934 produzierten Films „Man Of Aran“ liefern sie einen neuen Soundtrack, der helfen soll, das Werk von Robert J. Flaherty in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Bereits im gleichnamigen Eröffnungstrack merkt man „Man Of Aran“ seine Herkunft deutlich an. Und auch an vielen anderen Stellen des Albums schweben häufig die immer gleichen Tonfolgen minutenlang im Raum – das ist echte Begleitmusik, die unauffällig im Hintergrund bleibt und für sich genommen eher einschläfernd wirkt. Nach knapp 10 Minuten Laufzeit spielt man bereits mit dem Gedanken, die Scheibe wieder aus dem Player zu nehmen und sich die verbleibende Stunde zu ersparen. Doch dann nehmen die Briten erstmals etwas Fahrt auf und geben in der zweiten Hälfte von „The South Sound“ einen Vorgeschmack auf das, was den Hörer im Laufe des Albums noch erwartet.

Das direkt anschließende „Come Wonder With Me“ kann dann sogar mit so etwas wie einer Melodie aufwarten. Und man ist nicht wenig überrascht, als auch die ersten (und einzigen) Textzeilen sanft aus den Boxen erklingen. Spätestens jetzt hat sich die Langeweile in Spannung gewandelt und man beginnt sich in diese Platte, die kaum weiter vom Mainstream entfernt sein könnte, einzuhören. Der vergleichsweise kurze Titel „The Curach“ demonstriert dann eindrucksvoll, wie viel Spaß „Man Of Aran“ machen kann, wenn sich nach einer längeren ruhigen Passage aus minimalistischen Klangelementen langsam ein immer intensiver werdender Klangteppich entwickelt der den Hörer vollständig in seinen Bann zieht.

Nach einer kurzen Atempause macht „Boy Vertiginous“ auch genau da weiter. Diesmal wird es – ohne aus dem stimmigen Gesamtbild zu fallen – etwas rockiger während man beginnt die Aufmerksamkeit immer mehr auf jedes kleine Detail dieser Komposition zu lenken. Auf den etwas langatmigen 12-Minuten-Track „Spearing The Sunfish“ folgt dann mit „Coneely Of The West“ ein weiterer Höhepunkt bevor die darauffolgenden Titel inzwischen vertraute Strukturen weiterführen. Das abschließende „No Man Is An Archipelago“ stellt schließlich einen würdigen Abschluss der CD dar und vereint beinahe alle Stärken, die dieses Werk ausmachen.

Wie die Beschreibung des Hörerlebnisses im Laufe des Albums bereits vermuten lässt: „Man Of Aran“ wirkt nur als Ganzes, erst im entsprechenden Kontext entfalten seine Highlights ihre Wirkung. Die mit 74 Minuten verhältnismäßig lange CD wird aber voraussichtlich nicht viele Hördurchläufe bekommen. Wie in so vielen anderen Soundtracks sind die herausragenden Momente im Verhältnis zur Gesamtlänge schlicht und einfach zu selten. Diese Schwäche ist sicher nicht der fehlenden Kreativität der Bandmitglieder sondern viel mehr dem engen Korsett eines 75 Jahre alten Films zuzuschreiben – dennoch reicht es einfach nicht für eine höhere Wertung.

Anspieltipps:

  • Come Wander With Me
  • The Curach
  • Coneely Of The West
  • No Man Is An Archipelago

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