Laith Al-Deen - Session - Cover
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Laith Al-Deen Session


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Auf zu neuen Ufern“ lautet heuer die Maxime.

Es hat zehn Jahre gedauert, bis Laith Al-Deen (37) im Jahr 2000 mit seinem ersten Soloalbum „Ich will nur wissen” den musikalischen Untergrund verließ und den Amateur-Status abstreifte. Mit Singles wie „Bilder von dir“ und „Kleine Helden“ konnte der Mainstream-Markt auf Anhieb geknackt und regelmäßig mit überdurchschnittlichen Alben verteidigt werden. Nach weiteren zehn Jahren hat sich Laith Al-Deen als feste Größe im deutschen Musikmarkt etabliert und sein erstes Best-Of-Album im vergangenen Jahr deutete bereits eine kleine Zäsur an.

„Auf zu neuen Ufern“ lautet die Maxime. Denn es ist für Laith Al-Deen offenbar an der Zeit, eine künstlerische Häutung zu vollziehen. Dafür hat sich der 37-Jährige 13 seiner Lieblingssongs herausgesucht, die er zusammen mit Alex Auer (Gitarre), Tommy Baldu (Drums), Michael Paucker (Bass) und Lillo Scrimali (Keyboards) in weniger als zwei Wochen weitgehend akustisch und befreit von jeglichem technischen Studiobombast eingespielt hat. Aufgrund des Session-Charakters bei den Aufnahmen heißt das Werk – natürlich – „Session“ und es erinnert wegen seiner Machart an alte Motown-Zeiten, was zum einen ein Verdienst der beteiligten Musiker ist, aber auch an der geschmackvollen Songauswahl liegt. Denn machen wir uns nichts vor, schon wieder ein randvolles Album mit Coverversionen braucht eigentlich niemand.

Nichtsdestotrotz verhält es sich bei „Session“ anders! Laith Al-Deen hat für das Album fürwahr keine unbekannten Tracks ausgesucht, die bei den gecoverten Künstlern irgendwo auf den Alben versteckt und nur Insidern ein Begriff sind. Es handelt sich vielmehr um durch die Bank aus Funk und Fernsehen bekannte Songs – allerdings um solche, die noch nicht zu Tode gedudelt wurden bzw. eine so feine Umsetzung erfahren haben, dass gar nicht erst irgendwelche Frust-Déjà-Vus aufkommen können (man höre nur das im Original von Frank Sinatra stammende „It was a very good year“). So ergibt sich eine homogene Mischung aus internationalen Hits wie „You gotta be“ (Des’Ree), „If I ever lose my faith“ (Sting), „I’m on fire“ (Bruce Springsteen), „Lay your love on me“ (Roachford), „This is not America“ (David Bowie) sowie deutschen Popklassikern wie „Evelin“ (Nationalgalerie), „Eiszeit“ (Ideal) und „Winter Sommer“ (Nena), die prächtig miteinander harmonieren.

„Session“ ist die berühmte Ausnahme von der Regel, nämlich endlich mal wieder ein Coveralbum, das nicht als überflüssig gilt. Es ist ein musikalisches Konzept zu erkennen und dem Hörer wird nicht einfach einen Haufen fremder Hits vor die Füße geworfen. Es wird kein Ritt durch verschiedene Stilistiken aufgetischt und kein Original nachträglich beschädigt. So muss es sein, wenn man sich an so eine Aufgabe heranwagt.

Anspieltipps:

  • Luka
  • I’m on fire
  • Prayer for the dying
  • Lay your love on me
  • If I ever lose my faith

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