Chickenfoot - Chickenfoot - Cover
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Chickenfoot Chickenfoot


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Supergroups sind meistens eine Enttäuschung. Einzelne Mitglieder aus großartigen, kommerziell erfolgreichen oder nur im Untergrund bekannten Bands schließen sich zusammen und formen alleine durch die Nennung ihres Namens einen Hype, der meist nicht gehalten werden kann. Bei Gitarrenmeister Joe Satriani, dem Red Hot Chili Peppers-Schlagzeuger Chad Smith und den ehemaligen Van Halen-Weggefährten Sammy Hagar (Gesang) und Michael Anthony (Bassist) verhält es sich ähnlich, da jeder Rockbegeisterte zumindest einen dieser Herren immer mal wieder gerne am Instrument zupfen, schlagen oder ins Mikro schreien hört. Wenn die Truppe allerdings unter dem Pseudonym Chickenfoot, zu deutsch Hühnerfuß, fungiert, sieht die Sachlage etwas anders aus.

Obwohl die Idee einen trockenen Led Zeppelin-Nachfolger zu geben, der mal gerne die Groove-Keule schwingt, keineswegs blöd ist, fragt man sich jedoch bei der Hälfte der Platte, was das Vierergespann grundsätzlich beweisen will. Gut, Satriani leiert einige klassische Hardrock-Riffs aus seinen Fingern, die Hand in Hand mit Smiths rhythmusbetonter Schlagwerkarbeit gehen und Anhänger der wilden Siebziger ohne mit der Wimper zu zucken veranlassen wird, die Luftgitarre debil grinsend in die Höhe zu reißen, doch mehr als eine nette Hommage an vergangene Helden liefern sie nicht ab und Anthony fertigt zwar den nötigen Unterbau an, wirklich Inspirierendes gibt es hier aber ebenso wenig. Dann schon eher Hagar, der seine breit gefächerte Palette offen legt und röhrt, gluckst, krächzt und schreit als wollte er irgendwelchen Jungspunden zeigen, was es heißt seine Stimme variabel zu halten.

„Chickenfoot“ ist damit trotzdem weit davon entfernt als Klassiker in die Rockgeschichte einzugehen oder zumindest bei den Top 10 2009 einen Platz zu ergattern. Schließlich ist Vieles lediglich eine aufgepeppte oder leicht an die Moderne angepasste Version von Ideologien oder dem Rotz vergangener Jahrzehnte. Sei es die platte Sozialkritik „Runnin´ out“, die langatmige Jam-Session „Avenida revolution“ oder die Halbballade „Learning to fall“, der Spaß ist an anderen Stellen zu suchen und das Hagar öfters ein „Wooh“, „Yeah“ oder sonstiges Füllmaterial von sich gibt, macht die gute Stunde des Hühnerfußes nicht wirklich besser. Ein paar Mal wippt der Fuß, nickt der Kopf, aber für Jubelschreie halten sich Chickenfoot in allzu bekannten und ausgetretenen Pfaden auf, die prinzipiell einen gesunden Eindruck hinterlassen, aber innerlich porös und spröde sind. Supergroups sind eben meistens eine Enttäuschung.

Anspieltipps:

  • Get It Up
  • Turnin´ Left
  • Sexy Little Thing

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