Tim Ripper Owens - Play My Game - Cover
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Tim Ripper Owens Play My Game


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Langsam heißt es wirklich nur noch „Rand halten!“, wenn man behauptet, dass gewisse Arten von Rock den 90ern zuzuordnen sind. Die Biker und Trucker werden ja (zum Glück) nicht aussterben und Platten werden wohl auch in zwanzig Jahren noch Ähnlichkeiten mit den ersten Scheiben von Guns’n’Roses haben. Der junge Hardrocker/Metaller Tim „Ripper“ Owens (Ex-Judas Priest, Ex-Iced Earth) ist ein wunderbares Beispiel. Sein erstes Solo-Projekt wird von einer ganzen Heerschar von Rockjüngern des Gestern-Heute-Immer-Noch-Rocks mitgetragen und so ist Qualität mehr oder minder garantiert. Diese Leute verstehen alle ihr Handwerk, doch die Gefahr besteht natürlich darin, dass zu viele Geschmäcker zu einem großen Kompromiss werden.

Es wird gekreischt, es wird geröhrt, wie es Mr. Rose früher so gerne tat. Nicht ganz so gut, aber trotzdem sehr ansprechend. Es fegen Gitarrensoli über die dichten Klangteppiche, sobald die Stimme auch nur wenige Sekunden aussetzt und das Schlagzeug sorgt dafür, dass nie wirklich Ruhe einkehrt. E ist, um es kurz zu machen, eben genau dieser Kompromiss, der zu befürchten war. Durch die Bank weg kann man während der ersten vier Songs des Albums genüsslich die Luftgitarre auspacken und sich an den bekannten, jedoch frischen Melodien erfreuen. Irgendwie klingt das alles jedoch doch recht gleich. So erfreut man sich immer wieder an neuen Soli und hier mal einer härteren Leadgitarre, dort einer feineren Rhythmusgitarre oder sogar Akustikteilen, aber man wird das Gefühl nicht los, dass diese Platte einem festen Programm folgt. „Stramm geradeaus marschieren“ sollen die Lieder laut Owens und das tun sie. Nur wer schon einmal selbst marschiert ist weiß, dass das irgendwann langweilig wird.

Es ist ja wirklich verboten gut, wie der Ripper die alten Vorbilder imitiert, doch sie zu imitieren alleine, macht noch kein superbes Album. Spätestens bei „To Live Again“ ist man sich ganz sicher, dass man diesen Riff eben schon gehört hat. So hört der Kenner und der Fan sich seine Eigenheiten der Lieder heraus, doch er kann nicht bestreiten, dass zu viele Tracks dem gleichen Schema folgen. Klar, der Titeltrack knallt schon eine ganze Ecke härter als das eher langsame „The Light“, aber wirklich neu ist das Prinzip nicht. Wer ganz böse ist, teilt die 12 Lieder in drei Kategorien von Songs auf, die sich brav abwechseln. Dabei will dieses Album doch alles andere als brav sein. Letztendlich überwiegt aber einfach die Nachahmernatur. Dieser Tribut für die alten Meister ist natürlich löblich, kann jedoch nicht wirklich jemand vor dem Ofen hervorlocken. So freut man sich über Herrn Ownes live natürlich sehr. Doch in der CD-Sammlung bevorzugt man immer noch die Originale von Dio und co!

Anspieltipps:

  • Play My Game
  • Pick Up Yourself
  • Starting Over

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