Isis - Wavering Radiant - Cover
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Isis Wavering Radiant


  • Label: Conspiracy/CARGO
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Im 12. Jahr ihres Bestehens kommen die Amerikaner von Isis mit ihrem fünften Album „Wavering Radiant“ um die Ecke, welches kompakt und entschlossen ist, aber doch wie von Isis gewohnt, Raum für Zwischentöne und vor allem jede Menge Emotionen bereithält. Nach einigen EP´s, einer Split-Single mit Aereogramme, der DVD „Clearing The Eye“ und den Alben „Celestial“, „Oceanic“, „Panopticon“ sowie dem letzten, herausragenden Werk „In The Absence Of Truth“ aus 2006 kann man schon längst ein Zwischen-Resümee ziehen und das zeigt steil nach oben. Veröffentlichung für Veröffentlichung und Tour für Tour sind die Mannen um Sänger/Gitarrist Aaron Turner an ihren eigenen Erwartungen gewachsen und ihr Ansporn scheint noch lange nicht gestillt.

Der US-Fünfer lässt auf dem neuen Longplayer, der von Joe Barresi (Tool, Queens Of The Stone Age, Kyuss) produziert wurde, kein Stein auf dem anderen und liefert kraftvolle Gitarren-Riffs, vielfältige Vocals (Growls, Schreien, klarer Gesang) sowie die Magengegend beackernde Drums ab, ohne in kopfloser Aggression unterzugehen und klischeebeladen den Bösewicht raushängen zu lassen. Stattdessen kann man sich in menschlicher Wut, Zweifeln und Trauer wiederfinden, wenn man dem Fluss aus sieben Tracks lauscht und neben der Intensität auch die ausgereifte Instrumentierung zur Begeisterung beiträgt. Obwohl die Atmosphäre düster wie eh und je bei Isis kalte Schauer entfacht, kann man es sich dennoch nicht nehmen lassen und zufrieden grinsen, wenn dieser metallische Strom einen überrollt.

Einzelne Tracks aus diesem Werk mit deutlicher Sogwirkung herauszugreifen, ist im Isis-Kosmos erneut ein schwieriges, wenn nicht sogar unmögliches Unterfangen, gilt es doch, sich die Gesamtwirkung der 55 Minuten zu erarbeiten. Als Beispiel für ein beeindruckend gutes Album sollte man im Zweifelsfall zu „Ghost Key“ greifen, das in seiner Grundstruktur noch melodisch filigran die Gitarren samt Effekten in psychedelischer Manier einsetzt und plötzlich durch Growls, harte Riffs sowie präzises, bahnbrechendes Drumming den Hörer aus dem Sessel reißt, um schließlich zwischen diesen beiden Polen zu pendeln, wobei besonders die majestätischen Gitarren hymnische Melodien offerieren und der Gesang mit Hall unterlegt brilliert, egal ob nun als Schreien, tiefes Grunzen oder in Form von klaren, sehnsuchtsvollen Tönen. Was die anderen Songs betrifft, so muss man sagen, dass das Niveau hoch bleibt, die Achterbahnfahrt der Gefühle mit brachialen bis melancholischen Passagen ihren Lauf nimmt, jedoch leider der Variantenreichtum des Vorgängers nicht erreicht wird.

Anspieltipps:

  • Hall Of The Dead
  • Ghost Key
  • Stone To Wake A Serpent
  • Threshold Of Transformation

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