Jasper - Neidlos - Cover
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Jasper Neidlos


  • Label: Ariola/SonyBMG
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
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Früher kamen Newcommer aus dunklen Proberäumen, verrauchten Underground-Clubs oder Talentwettbewerben. Heute kommen sie aus Castingshows und aus dem Internet. „Liedermacher 2.0“ könnte man sie nennen. In der Tat wird Jasper März gern als „Liedermacher 2.0“ betitelt, ob auf der offiziellen Homepage, oder in Pressemitteilungen. Entdeckt wurde Jasper durch seine YouTube-Videos, welche eigentlich nur als Medium für Freunde und Bekannte dienen sollten, Jaspers musikalische Ergüsse verfolgen zu können. Wie es in der heutigen Zeit aber modern ist, wurde nach stetig steigendem Interesse der YouTube-Generation an Jasper, auch die Plattenfirma SonyBMG auf den jungen Musiker aufmerksam, Jasper kurzerhand unter Vertrag genommen, ins Studio gezerrt und ein Album aufgenommen. Neue Nahrung für die Geldmaschine.

Was man Jasper vorneweg zu Gute halten muss, ist die Authentizität, die ihn umgibt. Wirft man einen Blick auf seine YouTube-Videos, bekommt man sehr schnell seine Wärme und Persönlichkeit in jedem seiner Songs zu spüren. Ärgerlich wenn durch professionelle Aufnahmen und eine teilweise fast überproduzierte Art und Weise diese Authentizität auf „Neidlos“ größtenteils verloren geht. Es ist immer noch Jasper mit seinen Songs, dennoch wirkt alles etwas distanzierter. Man muss tatsächlich sagen, dass Jaspers Lieder live aufgenommen auf YouTube, auch auf Grund seiner Ausstrahlung, besser wirken. Die 13 Songs sind allesamt überschwemmt von Liebe, Freundschaft und Romantik. Als Ausnahme handelt „Der HDL Song“ von der geschädigten Schreibweise heutiger Jugendlicher, quasi als Rundumschlag gegen die Rechtschreibereform „Generation Internet“. Außerdem überrascht Jasper im Titeltrack „Neidlos“ mit einer kritischen Stellungnahme gegenüber selbiger Generation. Fragwürdig, ist Jasper doch selbst erst maximal Anfang/Mitte zwanzig.

Die anderen elf Songs hören sich zumeist in einem großen Rutsch flüssig durch. In Erinnerung bleiben dabei nur „Für Jérome“ und „Lioba“. Besonders „Lioba“ traut sich als einziger Song auf „Neidlos“ mit musikalischer wie thematischer Abwechslung zu überzeugen. „Nörlidch“, „Hey du“, „Nicht die“, „Dazwischen ein Wort“, „Ein kleines Wunder“,… spätestens hier ist Jaspers anfängliche Frische und Frechheit vollkommend verschwunden. Nichts ist es mit durchgehender lyrischer Kreativität wie im „HDL Song“. Wer auf Grund jenes Songs, bzw. durch „Neidlos“, auf Jasper aufmerksam wurde und von seiner erfrischend ansprechenden Art überzeugt wurde, wird von seinem ersten Album im gesamten eher enttäuscht sein. Für Jemanden der gar nicht den Anspruch hat die eigene Musik zu veröffentlichen, dennoch ein achtbares Ergebnis.

Anspieltipps:

  • Der HDL Song
  • Neidlos
  • Lioba

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