Morrissey - Southpaw Grammar (Deluxe Edition) - Cover
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Morrissey Southpaw Grammar (Deluxe Edition)


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 62 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass Morrissey auch 14 Jahre nach der Veröffentlichung des Urwerks noch um dieses Album kämpft.

Der 1995er Longplayer „Soutpaw Grammar” war das fünfte Soloalbum von Steven Morrissey nach der Auflösung von The Smiths. Trotz vieler schlechter Kritiken vor allem in seiner Heimat schaffte es die Platte im August des Jahres auf den vierten Platz in den UK-Charts. Mit „Dagenham Dave“ und dem Album-Opener „The boy racer“ gab es zwei mittelmäßig erfolgreiche Singleauskopplungen und als Produzent durfte wieder Steve Lillywhite ran (U2, Talking Heads, David Byrne), wobei Morrissey ursprünglich Brian Eno bzw. Chris Thomas als Produzenten verpflichten wollte, aber Absagen kassierte.

Jetzt kommt das „Soutpaw Grammar”-Album neben dem 1997er Werk „Maladjusted“ als erweiterte Neuauflage erneut auf den Markt. Es wurde von Morrissey persönlich mit einem neuen Cover, erklärenden Liner Notes und unveröffentlichten Fotos in einem ausführlichen Booklet ausgestattet. Zudem wurde die Songreihenfolge umgestellt und um vier Bonus Tracks ergänzt (das rockige „Fantastic bird“, die „Dagenham Dave“-B-Seite „Nobody loves us“, „Honey, you know where to find me“ und „You should have been nice to me”).

Dem aufmerksamen Beobachter fällt auf, dass Morrissey auch 14 Jahre nach der Veröffentlichung des Urwerks noch um dieses Album kämpft. Denn in der Blütezeit des BritPop, wo es auf der britischen Insel nur um Oasis und Blur zu gehen schien, konnte ein Werk dieser Machart in der Gesamtbetrachtung nur untergehen. Zu altmodisch nach angestaubtem 80er-Jahre-Sound klang die Produktion, die Singleauskopplungen waren nicht zwingend und zählten zu den schwächsten Tracks der Platte, wie Morrissey heute im CD-Booklet eingestehen muss und mit Liedbrocken wie „Southpaw“ (10 Minuten) und „The teachers are afraid of the pupils“ (über 11 Minuten) konnten die Jugendlichen zu der Zeit nur wenig anfangen.

„Soutpaw Grammar” zählt gewiss nicht zu den allerbesten Alben von Morrissey, doch mit einigen Jahren Abstand, losgelöst von der BritPop-Hysterie, schlägt es sich nicht schlecht. Natürlich sind die langen Intros und Outros in Stücken wie „The teachers are afraid of the pupils“ keine dramaturgischen Großtaten, aber wer genau hinhört, entdeckt auch hier Morrissey-typische Perlen, wobei es besonders überraschend ist, dass ausgerechnet die Bonus Tracks (und hier vor allem „You should have been nice to me” und „Nobody loves us“) zu den stärksten Songs des Albums gehören. Damit ist die nun vorliegende Neuauflage tatsächlich die essentiellere „Soutpaw Grammar”-Ausgabe und eine (Neu-)Anschaffung wert!

Anspieltipps:

  • Fantastic bird
  • The operation
  • Nobody loves us
  • Best friend on the payroll
  • You should have been nice to me

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