Hardcore Superstar - Beg For It - Cover
Große Ansicht

Hardcore Superstar Beg For It


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer hätte gedacht, dass die schwedischen Hardcore Superstar mal in das Beuteschema des findigen Schubladendenkens hineinfallen und ohne ihr Zutun als die Kinder eines Bastards namens Street Metal deklariert werden? Ist der rotzige Hardrock, der gerne mit Anleihen aus Sleaze Metal und Glam Rock spielt, sowie mit einem Spritzer Thrash verfeinert wurde, nicht schon selbsterklärend genug? Scheinbar nicht, aber die (mehr oder weniger) direkten Nachfolger der Guns´n´Roses geben ohnehin einen feuchten Dreck auf derartige Stilfragen und so zocken Joakim Berg (Gesang), Vic Zino (Gitarre), Martin Sandvick (Bass) und Magnus Andreasson (Schlagzeug) im zwölfen Jahr ihres Bestehens den oben genannten Genremix, selbst wenn es auf „Beg for it“ im Vergleich zu den beiden Vorgängern „Hardcore superstar“ (04/2006) und „Dreamin´ in a casket“ (11/2007) härter, aber ebenso beliebiger zugeht.

Dabei macht „This worm´s for Ennio“ mit seiner schelmischen Western Saloon-Atmosphäre als Hommage an den Komponisten und Dirigenten Ennio Morricone richtig Laune, allerdings ist der Titeltrack im Anschluss etwas schwach auf der Brust und auch „Shades of grey“ fügt dem Schaffen der vier Schweden keine neuen Facetten hinzu. Diese Aufgabe übernehmen „Into debauchery“, „Nervous breakdown“ oder „Take them all out“, die allesamt tempomäßig im oberen Midtempo-Bereich agieren und wo Sänger Joakim seine Rockröhre richtig schön strapazieren darf. Ordentlich an Härte und Aggressivität zugelegt haben die nordischen Herrschaften in „Innocent boy“ und „Bad behaviour“, jedoch verzichten Hardcore Superstar hier einen Wiedererkennungswert mit herkömmlichen Mitteln zu erzielen, sondern schnalzen stur nach vorne, was ein Gefühl der Unvollkommenheit hervorruft.

Dieses Problem hat das ebenso dringlicher agierende „Spit it out“ zwar nicht, da die verwendete Cowbell, die schnittigen Riffs und fetzigen Soli einen stimmigen Eindruck ergeben, dennoch verlieren sich die Schweden zu oft in Wiederholungen, die vor allem bei den ruhigeren Stücken ins Gewicht fallen und eine Austauschbarkeit generieren, die man von den Jungs gar nicht gewohnt ist. Der Versuch, diese Unzulänglichkeiten mit übermäßigen Singalong-Refrains zu kitten, geht auf „Beg for it“ leider schief und somit bleiben am Ende kaum einprägsame Hooks über, wodurch viel Substanz und Energie verschwendet wird, die allerdings nicht komplett zum Hörer durchdringt. Etwas Gutes hat das alles aber trotzdem. Bei Hardcore Superstar kann man sich sicher sein, dass das nächste oder darauffolgende Album die Kohlen wieder aus dem Feuer holt.

Anspieltipps:

  • Into Debauchery
  • Take Them All Out
  • Nervous Breakdown

Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
6.5/10

Snakes & Ladders
  • 2017    
Diskutiere über „Hardcore Superstar“
comments powered by Disqus