Tim Hecker - An Imaginary Country - Cover
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Tim Hecker An Imaginary Country


  • Label: Kranky/CARGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Mann gehört nun wahrlich nicht zu den bekanntesten Vertretern der Musik-Branche: Tim Hecker dürfte in erster Linie Insidern aus seiner Heimat Montreal ein Begriff sein. Daran werden auch zahlreiche Live-Auftritte auf diversen Festivals in Europa und Nordamerika nichts ändern können, schließlich fristen Interpreten eines solchen Nischen-Genres meist ein eher ruhiges Dasein. Trotz allem veröffentlichte der 35-Jährige in den vergangenen Jahren mehr als 10 Alben und EPs unter seinem bürgerlichen Namen sowie dem Pseudonym „Jetone“ auf verschiedenen Indie-Labels. Seine neueste Produktion „An Imaginary Country“ erscheint nun – genauso wie der Vorgänger – bei Kranky Records, einer vor allem auf elektronische Einflüsse spezialisierten Plattenfirma aus Chicago.

Während manche von Tim Heckers früheren Werken nur einen einzigen, dafür aber ellenlangen Track enthielten, liefert er auf dieser CD zwölf vollwertige Lieder ab, die allerdings fließend ineinander übergehen. Auch „An Imaginary Country“ will ganz offensichtlich als Gesamtkunstwerk betrachtet werden und ist durchzogen von einem fast durchweg vorherrschendem Aufbau: Streichinstrumente, Klavier und zahlreiche Synthesizer-Klänge verschwimmen zu einem homogenen Klangteppich der sich (zumindest für Besitzer angemessener Tieftöner) sanft über ständig pulsierende Bassläufe legt und dabei eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Anders als sein wesentlich bekannterer deutscher Genre-Kollege Christopher von Deylen („Schiller“) verzichtet der Kanadier dabei gänzlich auf Vocals und zeigt auf dem gesamten Longplayer einen ausgeprägten Hang zum Minimalismus – auch was den Facettenreichtum der verschiedenen Titel anbelangt.

Letztendlich erreicht „An Imaginary Country“ damit aber genau das, was bereits der Titel suggeriert: bereits nach einigen Minuten umfängt den Hörer eine kaum in Worte zu fassende Entspannung während er immer tiefer in unwirkliche Welten abzutauchen scheint. Über die gesamte Spieldauer des Albums wird dieses Gefühl durch nichts geschmälert und erst das abschließende „200 Years Ago“, das mit dem Eröffnungstrack nicht nur den Namen gemeinsam hat, holt ihn sanft zurück in die Realität. Leider werden nur wenige die Zeit finden dieses Kunstwerk in vollen Zügen genießen zu können.

Anspieltipps:

  • Sea Of Pulses
  • Borderlands
  • Currents Of Electrostasy

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