Dan Deacon - Bromst - Cover
Große Ansicht

Dan Deacon Bromst


  • Label: Carpark/INDIGO
  • Laufzeit: 64 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein kleines Zelt auf einer dunklen Waldlichtung, das die Umgebung in schummriges Licht taucht – das Cover von „Bromst“ macht einen relativ düsteren Eindruck. Doch wer jemals eine Produktion von Dan Deacon gehört hat weiß, dass der Schein trügt. Seine vor Kreativität und Lebensfreude sprühende Musik ist – ein gewisses Faible für elektroakustische Musik vorausgesetzt – der perfekte Soundtrack zum Sommeranfang.

Schon der Opener „Build Voice“ macht richtig Laune und würde jeder Indie-Rock-Band gut zu Gesicht stehen: die Hauptrolle spielen hier herkömmliche Instrumente (die auf der aktuellen CD wesentlich häufiger zum Einsatz kommen als auf dem Vorgänger) wie Schlagzeug und Keyboard, die durch zusätzliche elektronische Klänge lediglich untermalt werden. Das darauffolgende „Red F“ richtet sich dagegen unmissverständlich an Genre-Fans und kombiniert Synthesizer, Percussion-Elemente und extrem gepitchte Vocals zum typischen Sound des US-Amerikaners. Bereits nach den ersten beiden Titeln ist das Terrain damit abgesteckt und wer an diesem Punkt noch Lust auf mehr hat wird an „Bromst“ sehr viel Freude haben.

Eine gute Stunde lang bietet die Platte erstklassige und extrem kurzweilige Unterhaltung ohne nennenswerte Schwächen. Man mag sich vielleicht fragen, ob der 3-minütige a-cappella-Kanon „Wet Wings“ wirklich zur Qualität von „Bromst“ beiträgt, aber Dan Deacon liebt es eben unkonventionell. Und genau das macht seine Musik aus: „Baltihorse“, ein später Höhepunkt der CD, klingt beim ersten Hören wie eine Electro-Version der Chipmunks aber weiß dabei wie das gesamte Album auch nach unzähligen Durchläufen noch auf ganzer Linie zu überzeugen.

Letztendlich ist die Beschreibung der Musik von Dan Deacon genauso schwierig wie die Zuordnung zu einem bestimmten Genre. „Bromst“ vereint verschiedenste Klangelemente zu einem beeindruckenden musikalischen Gesamteindruck, den man so oder so ähnlich vermutlich noch nie gehört hat. Das gilt übrigens auch für den Albumtitel. Nach eigener Aussage des Künstlers ist dieser genauso bedeutungslos wie frei erfunden. Trotzdem: dieses Erlebnis sollten sich Freunde von guter und innovativer elektronischer Musik auf keinen Fall entgehen lassen.

Anspieltipps:

  • Build Voice
  • Red F
  • Snookered
  • Of The Mountains
  • Baltihorse

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
7/10

The Click
  • 2017    
Diskutiere über „Dan Deacon“
comments powered by Disqus