St. Vincent - Actor - Cover
Große Ansicht

St. Vincent Actor


  • Label: 4AD/Beggars
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Oft fehlt der Funke, der überspringt, um ein Lied zu einem Erlebnis zu machen.

St. Vincent, das ist die aus Texas stammende Annie Clark. Mit „Actor“ veröffentlicht sie ihr zweites Studioalbum. Darin vereint sie mystische Klänge mit moderner Popmusik. Dem Album ist an vielen Stellen anzumerken, dass einer der Lieblingsfilme von Clark „The Wizard of Oz“ ist. „I wanted to make these songs technicolour animatronic rides“ erklärt die Sängerin angesprochen auf Ihr zweites Werk.

Der Opener „Strangers“ kann diesen Anspruch auch gleich gerecht werden. Die erste Hälfte wäre durchaus als Filmmusik vorstellbar. Ab der zweiten Hälfte entwickelt sich jedoch eine ganz eigene Dynamik. Es wird lauter und harscher. Der Gesang tritt etwas in den Hintergrund, treibende Bässe übernehmen die Führung. Das Ende ist wie der Anfang, eine Fantasie im Film. Auf die Vorstellungskraft des Zuhörers setzt „Black Rainbow“. Eine desillusionierende Einleitung mündet in einer fragilen Melodie wie aus einem Disneyfilm. Klein und zart schöpft der Hörer eine gewisse Hoffnung aus Ihr. Was folgt ist eine Kampfansage. Wir können den Konflikt hören, der sich bis zum Ende hin steigert und in einem verzweifelten Finale mündet. In solchen Momenten kann man sie spüren, die Magie des Albums.

Leider können nicht alle Songs überzeugen. „Save me from what I want“ zieht ohne Höhepunkte am Hörer vorbei. Während „The Neighbors” einfach nur überladen klingt. Wie der perfekte Mittelweg aus beiden Extremen aussehen kann, macht „Marrow“ vor. In einer ausgewogenen Symbiose aus dem ruhigen Gesang von Clark und der zeitweise aufkommenden schrägen Instrumentalisierung ist der Song einer der besten des Albums. Zuweilen setzt eine gewisse Sättigung beim Hören ein, da sich die schon angesprochene Liedstruktur sehr oft wiederholt. Einzig die ruhigeren Stücke können ein anderes Schema vorweisen, kratzen aber allzu oft am Belanglosen. Denn wenn der Kontrast zwischen Stimme und Instrument kleiner wird, wie in „The Sequel“ kommt schnell Langeweile auf.

Oft fehlt der Funke, der überspringt, um ein Lied zu einem Erlebnis zu machen. „Actor“ ist kein schlechtes Album und durchaus hörenswert. Die angekündigte magische Technicolourwelt eröffnet sich dem Hörer aber nur bei wenigen Songs.

Anspieltipps:

  • The Strangers
  • Black Rainbow
  • Marrow

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
Diskutiere über „St. Vincent“
comments powered by Disqus