Conor Oberst - Outer South - Cover
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Conor Oberst Outer South


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 70 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Conor Oberst ist zwar immer noch nicht dreißig, veröffentlicht nun aber zusammen mit der Mystic Valley Band, das gefühlte 30te Album seiner musikalischen Schaffenszeit. In Wahrheit ist „Outer South“ erst der fünfte quasi-Solo-Ausflug neben seinem alten Ego Bright Eyes. Und Obacht! Der Mann aus Omaha teilt diesmal sogar Songwriting und Gesang mit den Mitgliedern seiner mystisch-instrumentalen Begleiter.

In der Nähe von El Paso, Texas wurde im Winter 2008 mit genau der selben Besetzung, die bereits bei Conors letzt jährigen, selbstbetitelten Vorgänger die Instrumente bearbeitete, das neue Album eingespielt. Wahre Gruppenarbeit also. Und das spiegelt sich in „Outer South“ auch hörbar wieder. Auf den insgesamt 16 neuen Stücken sind beinahe alle akustischen Empfindungen vertreten. Das Ergebnis reicht von begeisternd über Mittelmaß bis zum Ohrkrepierer. Relativ enttäuschend, wie auf dem abgedroschen schnulzigen Albumcloser „Snake Hill“, der langatmigen Begleitmusik eines atmosphärisch gedrückten „Ten Women“, dem vor sich her dudelnden „Cabbage Town“ oder der viel zu lang geratenen Gähn-Nummer „Difference Time“. Alles in allem scheint die Spielzeit mit über einer Stunde den Geduldsrahmen zu sprengen und auf einige Beiträge hätte deshalb durchaus verzichtet werden können.

So kann man Lieder wie „I Got The Reason #2“ und „To All The Lights In The Windows“ zwar als souverän und auch nicht unbedingt uninspiriert bezeichnen. Aber die spielzeitige Ausdehnung lässt nach ungefähr der Hälfte, weiteres Interesse an jenem musikalischen Output rapide schwinden. Dass die Platte nicht sofort im Gedächtnis-Papierkorb landet liegt an einigen wirklich hörenswerten Momenten wie dem verspielten, Country und Folk beseelten Einstieg „Slowly (Oh So Slowly), dem relativ hart nach vorne geprügelten Rocker „Roosevelt Room“ oder auch dem akustisch beschwingten „Nikorette“. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass Oberst und seine mystische Tal Kapelle während den Aufnahmen wahrscheinlich mehr Freude an ihren eigenen Saloon-Songs hatten, als der gemeine Hörer beim Lauschen der insgesamt oft nicht mehr als durchschnittlich zu bemäkelnden Lieder.

Wie auch immer und ungeachtet einiger audialer Störfaktoren ist „Outer South“ dennoch kein Totalreinfall von einem Album, welches von seinen übersichtlichen (dann aber auch wirklich gelungenen Passagen) lebt. Oberst zeigt hier zumindest, dass er auch durchaus ein Mannschaftsspieler sein kann. Aber unter uns Conor: alleine ist halt immer noch besser!

Anspieltipps:

  • Slowly (Oh So Slowly)
  • Nikorette
  • Roosevelt Room

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