Bruce Cockburn - Slice O Life: Live Solo - Cover
Große Ansicht

Bruce Cockburn Slice O Life: Live Solo


  • Label: True North/ALIVE
  • Laufzeit: 120 Minuten
Artikel teilen:
9/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die immerwährende Crux mit Live-Mitschnitten: Entweder kriecht der auf Ton gebannte Akustik-Spirit über das ausgewählte Wiedergabemedium raus aus den heimischen Boxen und ganz tief hinein in die schlackernden Ohren. Oder der Output ist in etwa so spannend wie eine Jubiläums-Rede von Horst Köhler zum 150-jährigen Betriebsfest einer Manschettenknopf-Manufaktur.

Die Antwort lautet hier: Eindeutig ersteres! Trotz einer treuen und eingefleischten Fangemeinde ist der kanadische Folk-Gitarrist und Sänger Bruce Cockburn hierzulande in etwa so bekannt wie Dieter Bohlen im Tschad. Der 63jährige Nordamerikaner hat in seiner Karriere als Musiker schon an die dreißig Alben aufgenommen und mit „Wondering Where The Lions Are“ schaffte er es vor knapp 29 Jahren sogar in die US Top 20. Künstler wie Elbow, die Barenaked Ladies, K.D. Lang oder Jimmy Buffett haben bereits Songs von ihm gecovert. Mit „Slice O Life“ können sich nun alle Unwissenden (zu denen ich mich ebenfalls zählte) einen Überblick von dem Cockburn’schen Streifzug durch seine musikalischen Gefilde verschaffen.

Es gibt kaum ein Land (oder Musik-Genre), das Herr Cockburn in den vergangenen Jahrzehnten nicht in irgendeiner Weise bereist hat. Von Nicaragua nach Mosambique, Mali oder Nepal. Von Akustik bis Elektronik, Jazz, Soul oder Rock. Diese Doppel-Live-LP beinhaltet nicht nur die bekanntesten Klassiker seiner Karriere, wie „If I Had A Rocket Launcher“, „Lovers In A Dangerous Time“ oder das zuvor erwähnte „Wondering Where The Lions Are“, sondern hat mit dem bluesigen „City Is Hungry“ auch noch einen nagelneuen Song im Repertoire. Der kanadische Barde beweist hier ohrdrucksvoll seine, in minimalistische akustische Virtuosität eingebettete, charismatische Songschreiber-Qualitäten und veröffentlicht mit „Slice O Life“ eine der eindrucksvollsten Live-Platten der letzten Jahre.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Bruce Cockburn im Jahre 2001 in die kanadische „Music Hall of Fame“ aufgenommen wurde. Mit seinem kauzig-eingängigem Gesang und dem wirklich brillantem Gitarrenspiel kredenzt er auf „Slice O Life“ ein zwei Stunden langes, melodisch intensives und atmosphärisch sagenhaft intimes Album, das schlicht und einfach außergewöhnlich gut ist.

Anspieltipps:

  • World Of Wonders
  • Lovers In A Dangerous Time
  • Pacing The Cage
  • Put It In Your Heart
  • Wondering Where The Lions Are
  • Tie Me At The Crossroads

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8.5/10

Rough And Rowdy Ways
  • 2020    
Diskutiere über „Bruce Cockburn“
comments powered by Disqus