Submarien - Not A Robot - Cover
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Submarien Not A Robot


  • Label: Mariarecs/SOULFOOD
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Submarien wollen keine Roboter der auf Automatik laufenden Plattenlabels werden und gründen kurzerhand ihr eigenes. Sie wollen niemanden haben, der ihnen vorschreibt, was sie als nächstes tun, welche Passagen ihres Debüts kommerzieller, rockiger oder weniger sperrig werden sollen. „Wenn ein Song mehr Zeit braucht, bekommt er sie eben“ lautet das simple Credo der vier Deutschen (Johnny Park (Gitarre), Jens Michaels (Bass), Adrian Thomas (Piano, Orgel), Heiko Peter (Schlagzeug)), die mit der Kubanerin Barbara Padron Hernandez wohl eine der sensibelsten und zugleich rockigsten Stimmen der letzten Jahre ans Mikro geholt haben. Selbstbestimmung in einer Welt, in der Erfolg an der Größe des Konzerns gemessen werden kann, dem man angehört oder unter Vertrag steht. All das scheint beim Debüt „Not a robot“ in Wohlklang, Poesie und Widerspenstigkeit umgewandelt durch den Äther zu schallen.

Ein bisschen schwermütige Düsternis von Radiohead hier, sphärische Instrumentalpassagen a la Sigur Ros dort, nicht zu vergessen mantrische Beschwörungsformeln im Stile einer Lorenna McKennitt, die dem Alternative Rock Marke Melissa Etheridge und dem aufgeladenen Weltschmerz von Amy Lee, der aber nie so explizit und pathetisch vollzogen wird wie bei der Evanescence-Fronfrau, entgegenwirken. - Was nach einer zusammenhanglosen, kunterbunt durchgewürfelten Aneinanderreihung einiger Bands klingt, ist der musikalische Kosmos, in dem sich Submarien bewegen. Ein ums andere Mal drängen sich kontrastierende, langatmige Fragmente in den Vordergrund um zu beweisen, dass selbst sie für das Gelingen von „Not a robot“ notwendig sind und selbst zerbrechliche Momente, die abrupt in lodernde Eruptionen münden, machen nach und nach Sinn.

So fesseln die Deutschen mit einer ausgewogenen Mischung, die zwar im Mittelteil etwas an Spannung und Intensität verliert, aber gerade im Schlussdrittel mit großen Gesten und einer oftmals kathartischen Wall of Sound zum Sprung in die Herzen der Hörer ansetzt. Trotzdem: Kritische Stimmen werden Barbaras einnehmendem Timbre attestieren sich zu lange im Selbstmitleid zu suhlen und einwerfen die bockigen Stücke „Easier to believe“ und „Don´t fuck with me“ wären nicht nötig gewesen um die kompositorische Vielfalt des Acts unter Beweis zu stellen. Aber (und das ist ein ziemlich großes „aber“) dem Fünfer kann und will man deswegen gar nicht böse sein. Zu brüchig, betrübt und letzten Endes doch versöhnlich sind die Kompositionen, zu emotional die subtil eingewobenen Pianomelodien, die „Not a robot“ zu einer Platte zum Heulen, Träumen, Ausrasten oder einfach nur schön finden machen. Und da mit „Wonderful day“ ein Song für die Ewigkeit enthalten ist, bedarf es keiner hellseherischen Prognosen, dass mit Submarien etwas ganz Großes seinen Weg an die Spitze der Indie-Gemeinde bahnt. Fazit: Unbedingt im Auge behalten!

Anspieltipps:

  • Remaining
  • Up To You
  • Woman´s Love
  • Wonderful Day
  • The Distance Between

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