Oi Va Voi - Travelling The Face Of The Globe - Cover
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Oi Va Voi Travelling The Face Of The Globe


  • Label: Oi Va Voi/ALIVE
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Oi Va Voi sind ein Kollektiv, das sein Klangbild durch die unterschiedlichsten Stilmittel findet. Sie verdienen sich die Bezeichnung Weltmusik redlich, denn wer Klezmer-, Balkan- und Gypsy-Elemente mit Hip Hop, Jazz, Rock, Drum ‚n’ Bass und Singer/Songwriter-Folk in einen flüssigen Zusammenhang bringen kann, darf sich ungeniert als musikalischer Weltbürger bezeichnen. Dementsprechend trägt ihr drittes Album den Titel „Travelling The Face Of The Globe“, das zurück zu ihren Wurzeln, zu dem mit einem Grammy geadelten Debüt „Laughter Through Tears“ führt. Eingespielt. in der Besetzung Bridgette Amofah (Leadgesang), Steve Levi (Klarinette), Anna Phoebe (Violine), Dave Orchant (Trompete), Josh Breslaw (Drums), Nik Ammar (Gitarre) und Lucy Shaw (Bass) ist ihnen ein schillerndes, gleichermaßen schlüssiges Werk gelungen.

Mit dem melancholisch erhabenen „Waiting“ wird das Album eröffnet, um mit dem zweiten Song „I Know What You Are“ die einzigartige Stimme Bridgette Amofahs in den Mittelpunkt zu stellen. Für sie werden oftmals Vergleiche mit Shirley Bassey und Nina Simone bemüht, die durchaus ihre Berechtigung haben, dennoch sind es gerade Amofahs unverwechselbare Phrasierungen mit denen sie die Herzen ihrer Zuhörer erobert. Gerade auch auf temporeicheren Songs wie dem Titeltrack und „Long Way From Home“, wo Dave Orchants Trompete und Steve Levis Klarinette feurige Figuren zeichnen, angetrieben von waghalsigen Bass-Schlagzeug-Rhythmen.

Das jüdische „S’brent“ basiert auf einem Volkslied der späten 30er Jahre und erzählt vom Horror, den die Nazis damals verbreiteten. Auf „Photograph“ gastiert der legendäre französische Sänger Dick Rivers, der im Gesamtkonzept des Albums sehr gut aufgehoben ist und für eine weitere Schattierung des Albums sorgt. Nicht zu vergessen Anna Phoebes facettenreiches Spiel auf der Violine, das im Zusammenwirken mit den verschiedenen Gesangsstimmen immer wieder himmlische Ergebnisse zeitigt.

Am Ende blicken wir in das Gesicht dieser musikalischen Welten, in das Antlitz eines Chamäleons, das auf den Namen Oi Va Voi hört. Mit „Travelling The Face Of The Globe“ streben sie neue Höhen an. Es muss ja nicht gleich wieder ein Grammy sein.

Anspieltipps:

  • Waiting
  • Wonder
  • Long Way From Home
  • Photograph

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