Junior Boys - Begone Dull Care - Cover
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Junior Boys Begone Dull Care


  • Label: Domino/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Junior Boys: Zwei Typen aus Kanada, die mittlerweile drei Studioalben, eine Mix-CD und ausgiebige Tourneen in ihren Lebenslauf einfügen können, aber am Anfang ihrer musikalischen Laufbahn nicht den leisesten Gedanken daran verschwanden, professionell zu musizieren und Menschenmassen rund um den Globus tanzend in Entzückung zu versetzen. Obwohl sich nämlich Jeremy Greenspan sowie Matt Didemus schon seit dem Kindesalter kennen, trennen sich ihre Wege wieder.

Jeremy besucht in den Neunzigern England, saugt dort neben verschiedenen Spielarten elektronischer Musik Post-Punk auf. Seine Erkenntnisse, die er in einem britischen Tonstudio erwarb, nimmt er mit nach Kanada und gründet 1999 mit Johnny Dark die Junior Boys. Doch noch bevor das geplante Album erscheinen kann, wirft Dark das Handtuch und Jeremys alter Kumpel Matt Didemus ist zur Stelle. Geboren sind die Junior Boys, wie man sie heute kennt und liebt. Das Debüt „Last Exit“ (2004) begeistert bereits, sie touren mit Mouse On Mars und 2006 lässt „So This Is Goodbye“ endgültig die Bombe platzen. Mit der Mischung aus Electro-Pop, House und R´n´B, die so einfach tanzbar wie herausfordernd ist.

Auf Longplayer Nr. 3 „Begone Dull Care“ lassen Jeremy und Matt nichts anbrennen, folgen den Konstanten ihrer bisherigen Karriere und lassen schon jetzt den Sommer auf Tanzwütige wie auch Soundgenießer los. Der schleppende Beat (erinnert an eine verlangsamte Version von Nine Inch Nails´ „Closer“) samt spielerischer Klang-Beigaben und Jeremys souliger Stimme mit androgynem Touch peilt beim Opener „Parallel Lines“ bereits die Richtung an, die das Duo während der knapp 50 Minuten nicht verlassen wird: Jede Menge lieblich gewürzter Pop, der analogen Machart elektronischer Musik huldigend trifft auf die wärmende, herzliche Note von Soul sowie R´n´B. Und wenn „Parellel Lines“ noch eher zum Schunkeln denn zum Tanzen einlädt, beschleunigt „Work“ angenehm das Tempo und lässt die Sequencer röhren, auf das die Loops einem ruheloses Zucken bereiten und das Abhalten vom Gang auf das Tanzparkett zur Mutprobe wird. Stilvoller und zarter kann man kaum den Dancefloor beschallen und trotz zurückhaltender Geste so mächtig mitreißen.

Es ist nicht der dick auftragende Beat, den die Junior Boys für den Hit brauchen, sondern das Gefühl für die Zwischentöne, an denen man haften bleibt und sich fragt, was einen denn nun genau beschwingt. Im Falle der Kanadier ist es das Herz, welches die Synthesizer sprechen lässt und eine Klangästhetik, die zwischen perfektem Pop und verschnörkelter Arrangements in der Mitte diese Einzigartigkeit versprüht, die man am besten gleich auf gesamter Albumlänge für sich entdeckt oder das wunderbare Dreigestirn aus „Bits & Pieces“, „Dull To Pause“ (inkl. akustischem Gitarren-Intro) sowie dem bahnbrechenden „Hazel“ zu Rate zieht.

Anspieltipps:

  • Bits & Pieces
  • Dull To Pause
  • Hazel
  • What It´s For

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