Hand To Hand - Design The End/Follow The Horizon - Cover
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Hand To Hand Design The End/Follow The Horizon


  • Label: Lifeforce Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach ihrem Debütalbum „A Perfect Way To Say Goodbye“ aus 2005, welches sound- sowie gesangstechnisch noch etwas schwach ausfiel und der deutlich kompakteren digital erschienenen EP „Breaking The Surface“ gibt sich die Hardcore/Screamo/Metalcore-Formation Hand To Hand erneut die Ehre. Die US-Amerikaner mit der Heimat in Florida stellen im Hause der deutschen Plattenfirma Lifeforce Records neben den Labelmates The Blackout Argument eine melodischere Ausnahme dar, sind doch die anderen Acts im Katalog von Lifeforce eher in deutlich brutaleren Regionen zu finden, denen nur wenig hübsche Melodien anhaften. Diese finden sich bei Hand To Hand in regelmäßigen Abständen zwischen den brachialen, schnellen Parts wieder und machen aus „Design The End / Follow The Horizon“ eine leichtfüßige Angelegenheit, die trotz des üblichen Metal-/Emo-/Postcores schlussendlich nicht ganz so vorhersehbar, wie man vielleicht erwarten könnte, ausfällt.

Doch fangen wir erst einmal vorn an: Dort versucht sich der zweiminütige Opener „In This City“ nach atmosphärischem Intro als Midtempo-Walze und endet viel zu schnell, um seine Kraft entfalten zu können. Dafür geht er direkt in „State Of Emergency“ über und dieser legt eine hymnische Gangart vor, die vom melodischen Gesang und triumphierenden Gitarrenharmonien getragen wird, jedoch nicht ohne von Stakkato-Drums sowie hereinbrechenden Riffs und Schrei-Gesang unterbrochen zu werden. Der ein oder andere Rhythmuswechsel wird auch eingestreut, so dass es eine kraftvolle Sache, wenn auch keinen Hauch kreativ, ist. Mit diesem viel zitierten Schema aus Wechselgesang, brachialen/melodischen Momenten und bittersüßen Parts voller jugendlicher Verzweiflung verläuft sich der Longplayer dann Song für Song im Niemandsland, auch wenn man technische Versiertheit und das richtige Gespür für die laut/leise-Dynamik attestieren muss.

Für weite Strecken des Longplayers ist also die Metalcore/Screamo-Einbahnstraße die richtige Adresse, jedoch sollte man die Geduld mit Hand To Hand auf „Design The End / Follow The Horizon“ nicht verlieren, denn mit dem kurzen, aber durch Akustikgitarre und heiserem Geschrei markanten „Passing Through“ wird es wieder spannend, bis schließlich beim abschließenden Track namens „Let End This Album With A Party“ alle Dämme brechen und gar episch der Postrock herausgekramt wird. Natürlich finden sich auch hier schnittige Metal-Gitarren, die vermeintlich pathetische Soli nicht scheuen, aber es ist beachtlich, wie während der gut eine Viertelstunde dauernden letzten Runde jede Facette von melodisch harter Gitarrenmusik beleuchtet wird, bis es schließlich im Piano-Outro mündet. Mehr von diesem Variantenreichtum und man hätte das Album nicht so schnell abgehakt.

Anspieltipps:

  • State Of Emergency
  • I Drew A Portrait In Philly
  • Passing Through
  • Let End This Album With A Party

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