Crescent Shield - The Stars Of Never Seen - Cover
Große Ansicht

Crescent Shield The Stars Of Never Seen


  • Label: Cruz del Sur/ALIVE
  • Laufzeit: 49 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer gleich am Beginn seiner Karriere ein vielfach beachtetes und in den höchsten Tönen gelobtes Werk hinlegt, ist meistens, sollten die hohen Erwartungen mit der sukzessiven Platte nicht erfüllt werden, für die weiteren Veröffentlichungen bei Presse und Fans gebrandmarkt. Die einen wollen nämlich nicht nur einen schlichten Aufguss hören und wünschen sich unter Beibehaltung des ins Herz geschlossenen Klangbildes einen sinnvollen Schritt nach vorne, während die anderen sofort Skepsis walten lassen, dem Act eine geringe Halbwertszeit im Musikgeschäft einräumen und dementsprechend mit einem völlig gewagten Sound überrascht werden wollen. Beide Lager zufrieden zu stellen wird ohnehin kaum möglich sein, aber die Amis von Crescent Shield haben es mit „The stars of never seen“, das die Thronfolge des mit Lob überschütteten „The last of my kind“ (01/2007) antritt, wenigstens versucht.

Leider sind ihnen einige Fehler unterlaufen, die die 50 Minuten voll mit US-amerikanischem Metal im Stile von Nevermore nur schwer erträglich machen, besonders wenn man versucht die Platte am Stück zu hören ohne vorher einzuschlafen. Womit wir schon bei Nummer eins wären: Der Länge der Songs; Für eine episch angehauchte Band wie Crescent Shield ist es zwar unabdinglich Nummern jenseits der 5 Minuten Marke anzusetzen, aber wenn diese mit heißer Luft gefüllt sind und größtenteils ziellos vor sich hin dümpeln, wäre eine Straffung sinnvoller gewesen. Nicht selten hat man außerdem das Gefühl ein und denselben Song immer und immer wieder zu hören, da dem Vierer wohl wichtiger war nach dem Copy&Paste-Prinzip vorzugehen als interessante Ideen zu entwerfen.

Okay, die immerhin angestrebte Verschiebung in Richtung Progressive Rock ist zwar bei „Under cover of shadows“ gut integriert worden, bei den restlichen Nummern wirkt es aber oftmals bemüht und konstruiert, sodass ein zusammenhängender Spannungsbogen oder nachvollziehbare Strukturen nur im Ansatz erahnt werden. Ebenso kaum förderlich für einen stimmungsvollen Longplayer ist das monotone Gejammer und Gewimmer von Sänger Michael Grant, der einem spätestens bei „10,000 midnights ago“ mächtig auf die Nerven geht. Definitiv ein Aspekt an „The stars of never seen“, der nicht viel Spielraum zwischen Lieben oder Hassen lässt. Der mitreißende Schunkelrhythmus in „The bellman“ oder das harte „My anger“ zeigen zwar die Stärken von Crescent Shield, aber unterm Strich sind sechs langatmige Songs, die andere Bands als Füllmaterial zwischen überdurchschnittlichem Material verstecken, und drei ganz ordentliche Tracks einfach zu wenig um die zweite Scheibe der Amis als „only for fans“ durchzuwinken.

Anspieltipps:

  • My Anger
  • The Bellman
  • Under Cover Of Shadows

Neue Kritiken im Genre „Power Metal“
7.5/10

United Alive In Madrid
  • 2019    
Diskutiere über „Crescent Shield“
comments powered by Disqus