Elli Erl - Human - Cover
Große Ansicht

Elli Erl Human


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 37 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor genau einer Woche gewann der 22jährige Daniel Schuhmacher das Finale der sechsten Staffel der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“. Und noch bevor die erste Single des Pfullendorfers überhaupt auf dem Markt ist, sprechen ihm Experten wie Pop-Titan Dieter Bohlen jegliches Durchsetzungsvermögen im Haifischbecken Showbranche ab. Na, das ist ja mal ein toller Start als Superstar!

Wie schwer es die DSDS-Gewinner tatsächlich haben, zeigt das Beispiel von Elisabeth Maria „Elli“ Erl, die als Gewinnerin aus der schwachen zweiten DSDS-Staffel im Jahr 2003/04 hervorging. Lediglich mit ihrer ersten Single „This is my life“ (2004) konnte sie in der Hitparade etwas reißen. Die restlichen Veröffentlichungen dümpelten danach regelmäßig in den untersten Chart-Regionen herum. Und komme jetzt keiner mit künstlerischen, nicht kommerziellen Ansprüchen. Darum geht es bei DSDS und seinen Auswürfen wohl kaum. Zudem würde die 30-Jährige nicht mit mehr oder weniger bekannten Songwritern wie Kristen Hall (Amanda Marshall) aus und in den USA zusammenarbeiten, wenn ihr nicht auch etwas an einer gewissen Kommerzialität liegen würde.

Was sich auf dem vorangegangenen Album „Moving on“ (12/2007) bereits andeutete, nimmt auf „Human“ noch mehr und bessere Gestalt an: Der von den amerikanischen Songschreibern gefärbte Sound in Verbindung mit Ellis charakteristischer „Melissa-Etheridge“-Stimme hat nichts mehr dem überproduziert klingenden Debüt „Shout It Out“ (10/2004) und schon gar nichts mit Plastik-Pop á la Bohlen und Co. zu tun.

Auf „Human“ befindet sich bodenständige, vornehmlich handgemachte Musik (Gitarre, Mundharmonika, Akkordeon), die mitunter ungewöhnlich rockig klingt („Smile @ me“) und richtig gut ins Ohr geht („Let me waste your time“, „Connected“, „On my mind“, „Lose myself“). Dazu gesellen sich zwar auch ein paar Kröten („Nothing but the music“, „Shadows“, „Wonderdrug“), aber da wollen wir heuer gnädig sein. Denn „Human“ ist eine echte Weiterentwicklung, die zwar in kleinen Schritten verläuft – aber immerhin!

Anspieltipps:

  • Run away
  • Connected
  • Lose myself
  • On my mind
  • Let me waste your time

Neue Kritiken im Genre „Pop“
Diskutiere über „Elli Erl“
comments powered by Disqus