Richtaste - Lights And Shades - Cover
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Richtaste Lights And Shades


  • Label: Neo/SonyBMG
  • Laufzeit: 55 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit einer gehörigen Portion Moll im Blut öffnen uns die Schweizer Richtaste Tür und Ohr zu ihrer, ganz dem Albumtitel gerecht werdenden, von Licht und Schatten dominierten Musik. Melodischer Stadionrock im Stile ihrer enorm erfolgreichen Eidgenossen Shakra oder Gotthard der im Vergleich dazu jedoch noch hörbar in den Kinderschuhen feststeckt.

Denn auf „Lights And Shades“ klingen Richtaste nicht selten nach einer Band, die zwar trotz guter Ansätze viel zu sehr mit der Suche nach ihrem eigenen Sound beschäftigt scheinen. Zwar ist das Album wirklich äußerst unproblematisch und auch gefahrlos am Stück zu hören. Aber mit diesem Faktum schießen sich die Mannen um Sänger Stefan Fankhauser aber auch leider das ein oder andere Eigentor. Hier vermisst man einfach die knallende Überraschung, die gewagte Wendung, den einen verrückten Einfall, um sich den entscheidenden Trommelfell-Haken zu verdienen. Rein ins Ohr- raus aus dem Ohr lautet deshalb das bestimmende Credo der meisten Nummern dieser Platte.

„Where Can I Be“ klingt wie „Everypart“ klingt wie „Gasps For Breath“ klingt wie „Bad Things“ usw. Mit der immer selben Formel (Radio kompatible Melodie + sanft wummernder Bass + melancholisch vorgetragener Refrain) wird nun mal auch in der Schweiz kein Käse zwangsläufig zum schmackhaften Hör-Raclett. Einen etwas längeren Aufenthalt in den auditorischen Hirnarealen können sich dennoch einige Ausreißer verdienen. „Rocket Room“ ist eingängig und lebt von seinen äußerst sympathischen Gitarrenriffs. Auch „Good Days Are Gone“ ist solider Radiorock, den man so auch von internationalen Größen wie Lifehouse oder The Fray zu hören bekommt. „Duke Of Westpoint“ ist knackig und gut produziert und gefällt mit ordentlich Drive und mehrstimmigem Gesang. Und auch „Supermen“ ist nicht so melodisch glatt gebügelt wie seine Titelkameraden und überzeugt mit härteren Ecken und Kanten.

Richtaste haben mit „Lights And Shades“ ein für melodiengetränkte und Greys Anatomy-Soundtracks geeignete Verhältnisse einigermaßen vernünftiges Album aus den Alpen gemeißelt. Jedoch werden sie mit dieser Art des Musikschaffens nicht langfristig in Erinnerung bleiben. Dafür sind sich die einzelnen Lieder einfach zu artgemäß und verlieren sich deshalb auch ziemlich schnell in den Weiten der Gehörgänge.

Anspieltipps:

  • Rocket Room
  • Supermen
  • The Sea

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