Phoenix - Wolfgang Amadeus Phoenix - Cover
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Phoenix Wolfgang Amadeus Phoenix


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 37 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Phoenix erhöhen die Frequenz der Herzschlages.

Der Sänger der Franzosen von Phoenix, Thomas Mars, sang vor der Bandgründung den Air-Song „Playground Love“ (vom „The Virgin Suicides“-Soundtrack) ein und konnte so schon auf sich aufmerksam machen, während die Band langsam Form annahm und mit dem Debüt „United“ in genre-offener Manier punktete. „Too Young“ von besagtem Album wurde auch dank der Aufnahme in den Soundtrack zu Sofia Coppolas „Lost in Translation“ zum Underground-Hit und ließ die Band neben Air im französischen Pop-Olymp erstrahlen, wobei die Musik oft elektronisch tanzbar, aber trotz ihrer wahnsinnigen Liebe zum perfekten Pop-Song genug Überraschendes bereithält. Mit „Alphabetical“ (2004), inklusive des Hits „Everything Is Everything“, und dem rock-orientierten „It´s Never Been Like That“ (2006) erhöhten Phoenix die Frequenz der Herzschlages der Fans und konnten, wenn nicht durch die Longplayer, durch die famosen Live-Auftritte jede Menge neuer Freunde gewinnen.

Dieser Zuspruch soll nun mit dem großspurig wie augenzwinkernd anmutenden Titel „Wolfgang Amadeus Phoenix“ samt dazugehöriger Musik auf Albumlänge optimalerweise nicht gemildert werden, was dem Frankreich-Export ein Leichtes zu sein scheint. So frei wie der Opener „Lisztomania“ in seiner Uptempo-Euphorie aufspielt und sich die ruhigen Synthesizer-Parts genau so wie die Akustikgitarre in sie betten, kann man sich schon nach dem ersten Track entspannt zurücklehnen und ein weiteres Juwel in der Phoenix-Historie auf sich zukommen lassen. Wobei das Zurücklehnen viel leichter gesagt als getan ist. Denn „1901“ setzt bei der Tanzbarkeit des ersten Stücks an und tut gut daran, die elektronischen Sounds im Kampf mit filigranen E-Gitarren in Szene zu setzen. Die Sequencer drängeln, das Schlagzeug setzt seinen Siegeszug fort und Thomas Mars singt in höheren Lagen beschwingt wie eh und je.

Dass „Fences“ doch ein wenig die Gleichgültigkeit forciert und trotz groovendem Bass die Tendenz zum Langweiler hat, liegt auch an den starken Konkurrenten, die sich auf Albumlänge breit machen. Zu diesen gehört ohne Frage das zweigeteilte „Love Like A Sunset“, welches sich anfänglich noch in elektronischen Soundscapes und fast schon unheimlichen Störeffekten suhlt, um im weiteren Verlauf glasklar den Beat und raumgreifende Synthie-Flächen heraus zu schälen. Im zweiten Teil geht der Ambient-Soundteppich ergänzt um Akustikgitarren und Mars´ Gesang weiter, doch nicht ohne übergangslos den Weg für „Lasso“ freizumachen, welcher erneut unwiderstehlich den Hit-Faktor von „Wolfgang Amadeus Phoenix“ unterstreicht. „Forever is a long long time when you lost your way“ heißt es dort und da bleibt einem nur zu sagen: Verloren haben Phoenix den Weg keinesfalls, gehen ihn viel mehr konstant weiter und bleiben auf einem Niveau, das zwar keine Angst macht, dafür aber große Augen/Ohren. Was man derweil mit den Füßen macht? Tanzen. Und für die Hände gilt die Richtung gen Repeat-Taste der Fernbedienung.

Anspieltipps:

  • Lisztomania
  • 1901
  • Love Like A Sunset Part I
  • Countdown

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