Rancid - Let The Dominoes Fall - Cover
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Rancid Let The Dominoes Fall


  • Label: Epitaph Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Lachshäppchen und Rotkäppchensekt stehen bereit - der Domino-Day kann endlich beginnen!

Sechs Jahre sind seit dem letzten musikalischen Lebenszeichen unser aller Ska-Punk-Band aus Kalifornien vergangen. Die Älteren der gemeinen Leserschaft werden sich vielleicht daran erinnern, wie man vor mehr als einer Dekade noch aus voller Röhre und in bester Bierlaune den Rancid-Jungs und ihren Wölfen zugeheult hat.

Die Gülcan-Pocher-Generation kennt sie vielleicht aus ihren musikalischen Gastspielen in den Videospielen Tony Hawks und Speed Underground und ihr neues Album soll nun Pate für ihren ganz persönlichen Domino Day stehen. Aber wie man es schon von jenem, ich nenne es mal das todlangweiligste Fernsehprodukt der Nachkriegszeit, gewohnt ist, geht auch „Let The Dominoes Fall“ ziemlich schnell die unterhaltende Puste aus. Entschuldigung, nicht fair! Ganz so schlimm ist es dann doch nicht was die Herren Armstrong, Frederiksen und Freeman hier vom meist unmotiviert anklingenden Stapel lassen. Wahre Rancid-Fans werden das wahrscheinlich anders sehen, aber bereits der Opener „East Bay Nights“ wirkt so absichtslos, als hätten sie diesen Song während einer gemeinschaftlichen Runde X-Box-Zockerei so nebenbei aufgenommen.

Stücke wie „I Ain’t Worried“ oder „Civillian Ways“ haben mit ihren längst vergangenen, punkrockigen Vorgängern noch etwa so viel zu tun wie der Domino-Day mit einem Intelligenzquotienten über Zimmertemperatur. Viel zu gelangweilt spulen die alten Haudegen ihr Programm durchs Mischpult („Disconnected“, „New Orleans“, „Liberty Freedom“) und jagen damit nicht einen einzigen Alt-Punker hinter seinem mittlerweile abbezahlten Eigenheim hervor. Dass sie es durchaus noch im Blut haben, lässt sich dagegen auf „This Place“ oder „The Bravest Kid“ heraushören. Das geht in Ordnung. „Damnation“, „Skull City“ und „You Want It You Got It“ bieten dann gegen Ende sogar noch ein paar positive Überraschungen, die jedoch über den lahmen Gesamteindruck des Domino-Schnarchens nicht hinwegtäuschen können.

Rancid machen es wie die adretten Rocker aus der Werbung. Die kennt Ihr doch? Die sitzen da in Ihrem Spießergarten, grillen, trinken alkoholfreies Bier und erfreuen sich an ihren Designer-Lederklamotten. Dann aber noch schnell in das Aufnahme-Studio im Keller, 19 Songs aufnehmen und um punkt 20.15 Uhr geht’s ab vor den neuen TV-Flatscreen. Lachshäppchen und Rotkäppchensekt stehen bereit - der Domino-Day kann endlich beginnen.

Anspieltipps:

  • Last One To Die
  • The Bravest Kid
  • Skull City
  • You Want It You Got It

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