Simple Minds - Graffiti Soul - Cover
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Simple Minds Graffiti Soul


  • Label: Sanctuary/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit mehr als 35 Millionen verkauften Alben zählen die Simple Minds zu den erfolgreichsten Pop/Rockbands der 80er und 90er Jahre. Im vergangenen Jahr feierte das schottische Quartett sein 30jähriges Bandjubiläum und kündigte für 2009 ein neues Studioalbum an, das nun vorliegt. „Graffiti Soul” heißt es und ist das 15. Studiowerk in der Bandgeschichte Gleichzeitig wird es auch ein erneuter Versuch sein, verlorengegangenen Boden gutzumachen. Denn mit ihren letzten Alben konnten die Simple Minds nicht mehr an die Erfolge aus vergangenen Zeiten heranreichen.

Kommerzieller Erfolg ist nicht alles, aber durchaus ein Indikator für eine Band, die im Mainstream zuhause ist. Dennoch sollte man fair sein und die besonderen Umstände im Zuge der Veröffentlichung des letzten Studioalbum „Black & White 050505“ (09/2005) beachten. Dieses wurde vom dahinsiechenden Sanctuary-Label kaum promotet und ging wie eine Bleiente unter. Allerdings zählte „Black & White 050505“ auch nicht gerade zu den Sternstunden der Schotten, die sich rückblickend als alten Jumbojet sahen, bei dem nur noch ein Triebwerk richtig lief und die Leute sehen wollten, wie wir eine elegante Notlandung im Hudson River hinlegen.

Das ist von Frontmann Jim Kerr nicht nur schön formuliert, sondern auch dicht an der Realität. Denn was ist schlimmer als eine alternde Band, die nur noch eine Karikatur von sich selbst abgibt? Somit lasten wieder mal größte Hoffnungen und Erwartungen auf „Graffiti Soul”, das die Simple Minds als „echtes Vollblutalbum“ bezeichnen, dem man nicht anmerkt, dass die Band schon seit Jahrzehnten existiert. Doch um es vorweg zu sagen: das ist den Herren Kerr, Burchill, Gaynor und Duffy nicht in vollem Umfang geglückt. Zwar ist „Graffiti Soul” eine deutlich hörbare Steigerung im Vergleich zum Vorgänger und auch der typische Simple-Minds-Sound ist unverkennbar vorhanden, aber ganz große Momente sind eher rar gesät und es dürfte gerne mehr Songs geben, die auf Anhieb zünden.

Freilich sind Kerr und Co. noch immer in der Lage eine tolle Atmosphäre zu zaubern, so zu hören im großartig-hypnotischen „Light travels“, dem zum aktuellen U2-Sound passenden „Moscow underground“ oder „Rockets“, der verhalten rockenden ersten Singleauskopplung. Apropos rocken: Richtig auf die Zwölf gibt nur einmal und das bezeichnenderweise ganz zum Schluss, in der Neil-Young-Coverversion „Rockin’ in the free world“. Sei’s drum. Die Stärken der Simple Minds liegen woanders, was die vier Herren auf „Graffiti Soul” leider nicht durchgängig zeigen. Aber wenn sie einmal den Bogen raushaben, dann beweisen sie, dass sie das Spiel mit Effekten und Melodien wie nur ganz wenige beherrschen. Beim nächsten Mal einfach mehr davon, bitte!

Anspieltipps:

  • Rockets
  • Light travels
  • Moscow underground
  • Rockin’ in the free world

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