The Black Sheep - Not Part Of The Deal - Cover
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The Black Sheep Not Part Of The Deal


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

TBS klingen nicht nach einer für den schnellen Euro produzierten Casting-Band, sondern nach einer waschechten Rockband.

Die junge Kölner All-Girl-Rock-Band, die Mitglieder sind zwischen 18 und 23 Jahre alt, legt mit „Not Part Of The Deal“ bereits vier Monate nach ihrer Vertragsunterschrift bei Roadrunner Records ihr Debütalbum vor. Da die Band in ihrer Besetzung (Charly, Gesang; Jo, Gitarre; Aurora, Bass; Trish, Drums) bereits seit 2005 zusammen ist, muss man keine großen Experimente erwarten.

Dass routiniert nicht langweilig heißt, zeigt sich direkt zu Beginn mit „You can´t push me“, eine Rocknummer, die nicht lange fackelt, sondern direkt Gas gibt und zeigt, dass die Mädels genau wissen, was sie wollen. Dennoch muss man feststellen, dass man dem Titel ein wenig anmerkt, dass es die erste Singleauskopplung ist und wohl auch auf Radiotauglichkeit produziert ist. Nichtsdestotrotz ein sehr solider Opener, der zudem Ohrwurmqualitäten besitzt.

„My Answer“ und „Unwritten Apology“ wissen vor allem durch die ruhigen Strophen, geschickte Bridges und dem rauen Refrain zu gefallen. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die beiden Songs zusammengehören. Die Lieder drehen sich beide um eine Beziehung und ihre Konsequenzen. Bei „Unwritten Apology“ singt übrigens im Refrain Aydo Abay (Ex-Sänger von Blackmail) mit.

„Bring us back“ ist dann das erste Highlight der CD. Vermutet der Hörer anfangs noch eine Ballade, steigert sich der Song in seiner Emotionalität immer weiter, bis man einen Rockknaller der Spitzenklasse vor sich hat. Man fühlt regelrecht mit, wie die Sängerin versucht eine verfahrene persönliche Situation zu retten. Zudem darf die Gitarre hier auch zum ersten Mal zu einem Solo ausholen und reißt endgültig die Zuhörer in den Song und spätestens hier in das komplette Album hinein.

Was macht also den Reiz der schwarzen Schafe aus? Zum einen die Spielfreude, die man dem Album anhört, zum anderen aber auch, dass man ihnen anmerkt, dass sie nicht einfach nur wie viele andere Bands mit emotionalen Texten ihren Part herunterspielen, sondern dass sie es ernst meinen. Ein weiteres Plus ist die Partytauglichkeit ihrer schnelleren Songs, die in jeder Rock-Disco funktionieren sollten.

Auch wenn man feststellen muss, dass die Songstrukturen hier und da sehr ähnlich sind, es sind immer wieder kleine Details die den Songs ihren eigenen Stempel aufdrücken. Eingestreute Rhythmuswechsel oder Gitarrensoli sorgen immer wieder für Überraschungen. (z.B. die Gitarre, die bei „Take the bullets back“ wie ein Gewehr klingt). Fast schon zur Entspannung ist „Nobody knows“ geeignet. Dieser Song ist übrigens auch auf dem Soundtrack zum Film „Lauf um dein Leben“ zu hören und war wohl neben vielen Liveauftritten der Band das Empfehlungsschreiben um einen Plattenvertrag zu erlangen.

Textlich einen Sonderstatus hat im weiteren Verlauf der CD hat „On the ground“, eine sozialkritische Bestandsaufnahme der derzeitigen Lebenswelt, die an „Fear of a blank planet“ von Porcupine Tree erinnert. Den Schlusspunkt der CD setzt „Trust in me“ eine wunderschöne Ballade, die leider erfolglos nach dem in die CD-Hülle eingeschweißten Feuerzeug suchen lässt. Hier sind die hervorragend zueinander passenden Stimmen im Refrain, aber auch die zu Herzen gehende Melodie die Pluspunkte des Songs.

Dass nun der Repeatknopf des CD-Players reizt, ist ein Zeichen, dass hier sehr viel richtig gemacht wurde. Die Band klingt nicht nach einer für den schnellen Euro produzierten Casting-Band, sondern nach einer waschechten Rockband, die nur wenige Kompromisse Richtung Radiotauglichkeit macht. Zudem ist es erstaunlich, dass die Plattenfirma den Songwriting-Fähigkeiten der Damen vertraut, denn fast alle Songs sind von ihnen selber getextet und komponiert.

Anspieltipps:

  • Bring us back
  • Take the bullets back
  • On the ground
  • Trust in me

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