Lay Down Rotten - Gospel Of The Wretched - Cover
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Lay Down Rotten Gospel Of The Wretched


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Beste an der Globalisierung? Die Musik! Mittlerweile sind nämlich nicht nur Basstöne nicht ortbar, sondern auch die verschiedensten Stilrichtungen. Wieso nach Schweden schielen, wenn das Gute liegt so nah, könnte hierfür die Devise lauten und die Hessener Lay Down Rotten machen diesen Ausspruch mindestens alle zwei Jahre geltend. Nach euphorischem Feedback über die ersten Werke von Daniel Jakobi (Gesang, Gitarre), Jost Kleinert (Gesang), Nils Förster (Gitarre), Uwe Kilian (Bass) und Timo Claas (Schlagzeug) folgte der Deal mit Metal Blade und das grandiose Nachfolgewerk „Reconquering the pit“ stand kurz darauf im Laden. Darauf jagte der Fünfer mit höllischem Groove im knochenbrechendem Mid-Tempo durch acht alles niederschmetternde Death Metal-Granaten verschiedenster Couleur. Egal ob melodisch angehaucht, brutal in die Fresse oder verfrickelt-progressiv, die Platte machte wegen ihrer homogenen Mischung unterschiedlichster Spielweisen einfach verdammt gute Laune und mischte live ganz gehörig die Moshpits auf.

Jetzt ist „Gospel of the wretched“ an der Reihe die jahrelang vergebenen Lorbeeren erneut zu ernten und knallt in gewohnter Manier und bar jeder Anspannung einen Todesblei-Brocken nach dem anderen hinaus. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an den doch eigenständigen, aber mitunter sehr rohen und aggressiven Sound der Deutschen, ist jedoch auffällig, das es dieses Mal etwas geradliniger zugeht als die Jahre davor. Die Scheibe macht nämlich nicht weiter, wo „Reconquering the pit“ aufgehört hat und verwebt anspruchsvolles, aber nie Überhand nehmendes Songwriting mit technischer Präzision, das gelegentlich etwas sperrig daherkommt, sondern versucht sich an einem wesentlich direkteren Zugang. Das führt leider dazu, das nach drei Durchgängen schon alles gehört wurde, was es zu hören gibt und sich so mitunter eine gewisse Schemenhaftigkeit bemerkbar macht, die im Vergleich zu den Vorgängern geradezu berechnend klingt. Allein die Übergänge zwischen den Strophen und den diversen Zwischenspielen offenbaren ein bedenkliches Baukastenprinzip.

Doch Lay Down Rotten kontern diese einfallenden Muster immer wieder mit purem Hass, sodass man sich auf ein Neues fragt, woher allein diese abgrundtief genialen Growls (Abteilung: unmenschlich) herkommen oder welche Wucht das Fünfergespann mit ihrer Mischung aus Kataklysm, Six Feet Under, Amon Amarth, At The Gates, Bolt Thrower oder Hypocrisy auf ein Neues zu erzeugen vermag. Deswegen muss beinahe ein Auge bei der Wertung zugedrückt werden, denn „Gospel of the wretched“ ist trotz der angesprochenen Makel eine grandiose Abrissbirne. Hoffentlich gönnen sich die Hessener mal eine längere Pause (5 Alben in 7 Jahren ist doch etwas viel), damit diese minimalen Abnützungserscheinungen im Klangbild beim nächsten Output stilgerecht in Grund und Boden gestampft werden.

Anspieltipps:

  • Altering The Whore
  • Thy Won´t Be Done
  • Conditioning The Weak

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