Vomitory - Carnage Euphoria - Cover
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Vomitory Carnage Euphoria


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Blickte Bassist und der nächste Verwandte der Grunzlaute von sich gebenden Tierwelt Erik Rundqvist zu Beginn der letzten Schlachtplatte „Terrorize brutalize sodomize“ (04/2007) auf den „Eternal trail of corpses“ gibt es dieses Mal die nicht minder weise Erkenntnis „The carnage rages on“. Doch Vorsicht! Wer ein ähnliches Hochgeschwindigkeits-Gemetzel wie vor zwei Jahren erwartet, sollte bedenken, dass die restlichen Herrschaften (Urban Gustafsson (Gitarre), Peter Östlund (Gitarre), Tobias Gustafsson (Schlagzeug)) neben Goldkehlchen Rundqvist auch mal alle älter werden und dass es ab einem gewissen Stadium an der Schnelligkeit ein wenig hapert. Ausreichend Gründe um wie von Sinnen seinen Schädel gegen sämtliches Mobiliar zu dreschen, gibt es (zur vorläufigen Beruhigung) auf dem siebten Oeuvre der Kotzbrocken jedoch allemal.

Hervorzuheben ist neben dem etwas gedrosselten Tempo außerdem das deutlich feiner ausgearbeitete Songwriting im Vergleich zum Vorgänger und die allgemeine Abstimmung der einzelnen Nummern untereinander. Wo „Terrorize brutalize sodomize“ fast jeden Death Metal-Bolzen in einen tödlichen Kopfschuss verwandelte, lassen die Schweden dieses Mal nämlich nicht nur die bitterböse und unwirtliche Atmosphäre für sich sprechen, sondern zerfetzen das Trommelfell erst nach und nach in seine Einzelteile. Dieser äußerst kluge Schachzug führt dazu, dass „Carnage euphoria“ selbst nach dem 37. Durchgang nicht auf die Eier geht und ein herrliches Blutbad nach dem anderen gestartet werden kann.

Erreicht wird diese technisch perfekt inszenierte Vorstellung durch die Einbindung von zähen Doom-Riffs („The ravenous dead“), nackenbrechenden Blastbeats („Rage of honour“), der herkömmlichen Grind meets Death-Attitüde („Deadlock“, „Possessed“) und mächtigen Groove-Salven, die in ihrer brachialen Vehemenz den unwürdigen Hörer nach mehr Betteln lassen („Serpents“, „Ripe cadavers“). Absolut kein Riff wird an sinnlose Knüppelorgien verschwendet und keine einzige Sekunde scheint vergeudet, wenn Erik und seine Holzfäller den Wald kurz und klein hacken.

Besonders das Eröffnungs-Hackschnitzel „The carnage rages on“ und die sich untypisch langsam und hymnisch ausbreitende, sowie in weiterer Folge mehrere Tempoebenen durchlaufende Schlussnummer „Great deceiver“ zeugen von der absolut stimmigen, dichten und trotzdem kompromisslosen Herangehensweise, welche die neue Vomitory als extrem heißen Anwärter auf die Todesblei-Scheibe des Jahres macht. Wo ähnliche Extrem Metal-Truppen jedes Mal mit besserer Produktion, neuer Ausrichtung und noch härterem Klangbild protzen, machen die Schweden einfach das, was sie können und siegen trotzdem auf ganzer Linie. Kopf, ähm, Hut ab!

Anspieltipps:

  • Serpents
  • Ripe Cadavers
  • Great Deceiver
  • The Ravenous Dead
  • The Carnage Rages On

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