Eros Ramazzotti - Ali E Radici - Cover
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Eros Ramazzotti Ali E Radici


  • Label: RCA/SonyBMG
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ali E Radici“ sitzt wie ein Armani-Anzug und macht den Italo-Popfan froh.

Keine Frage, „Calma Apparente” (10/2005) war ein ausgesprochen schwaches Studioalbum des italienischen Frauenlieblings Eros Ramazzotti (45). Es suhlte sich im Schmerz über die Trennung von Ehefrau Michelle Hunziker (32) und seiner kleinen Tochter und brachte in Sachen Langzeitwirkung nicht mehr als „I belong to you“, ein schmieriges Duett mit der erschreckend abgehalfterten (inzwischen Ex-Labelkollegin) Anastacia (40), hervor. Nun gut, ein „innovativ oder neuartig klingendes Album“, wie es die Kritik forderte, konnte man von dem Römer nach über 50 Millionen verkauften Tonträgern kaum erwarten. Schließlich funktioniert das Konzept zumindest kommerziell. Allerdings wären wir nicht abgeneigt, wenn uns der 45-Jährige mal wieder einen Geniestreich wie „In Ogni Senso” (1990) vorsetzten würde.

Gelegenheit dazu hat Herr Ramazzotti nun auf „Ali E Radici“, seinem inzwischen elften Studioalbum. Wie schon der Vorgänger wurde es von Claudio Guidetti produziert und enthält elf Songs, von denen zumindest einige an die großen Melodien der vergangenen Jahre heranreichen. Denn Hand aufs Herz, das ist es doch, was der simpel gestrickte deutsche Hörer von einem Eros-Ramazzotti-Album erwartet: Eingängige Songs, die ein gewisses Urlaubsfeeling verbreiten und wenn es sein muss, noch ein paar schmachtende Balladen obendrauf. Darauf versteht sich der gute Eros seit jeher und weiß es auch auf „Ali E Radici“ von Beginn an mehr als passabel umzusetzen.

In „Appunti e note“ verbinden sich treibende Rhythmen mit unaufdringlichen Streichern, in „Il cammino“ agieren Piano, Streicher, Akustik- und E-Gitarre zusammen und liefern eine träumerische Melodie ab, die sofort ins Ohr geht und in „Parla con me“ legen wiederum Streicher und akustische Gitarren einen luftigen Teppich für eine schöne Melodie aus. Dazu gibt es in „Bucaneve” zur Abwechslung mal druckvolle E-Gitarren und in „Ali e radici” ein an Keane gemahnendes Piano zu hören.

Na also, es geht doch! „Ali E Radici“ sitzt wie ein Armani-Anzug und macht den Italo-Popfan froh. Denn neben den bereits genannten Songs gibt es diesmal kein qualitativ böse abfallendes Füllmaterial zu hören. Lediglich die Streicher sind an der einen oder anderen Stelle etwas zu dominant, aber selbst das ist kein Beinbruch.

Anspieltipps:

  • Il cammino
  • Ali e radici
  • Controvento
  • Parla con me
  • Appunti e note

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