Minsk - With Echoes In The Movement Of Stone - Cover
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Minsk With Echoes In The Movement Of Stone


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 60 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Postrock oder die etwas metallischere Variante davon war schon immer ein sehr freies Genre. Einflüsse aus anderen Stilbereichen waren stets willkommen und ohne experimentelle Veranlagung, progressive Hintertüren, sowie ausufernde Kompositionen wurden Newcomer fast nicht oder kaum beachtet, da die alten Hasen mit ein, zwei Alben die Messlatte schon dermaßen hoch angesetzt hatten, dass halbherzig agierende Platzhirsche ihren Plattenvertrag schneller los waren als ihnen lieb ist. Die 2002 gegründeten Minsk hat in dieser Hinsicht zwar noch nichts zu befürchten, aber nach der psychedelischen Grenzerfahrung „The ritual fires of abandonment“ (02/2007), die jedem Freund dunkler und widerspenstiger Klanggebilde ans Herz gelegt werden sollte, ist die vierte Langrille „With echoes in the movement of stone“ ein deutlicher Rückschritt.

Im Dunstkreis von The Ocean, Neurosis, Isis, Pelican und Cult Of Luna legt der Vierer einen schleppenden, bisweilen äußerst zähen Brocken vor, der trotz einiger Lichtstrahlen im düsteren Kosmos der Amis stets bockig und sperrig seine Runden dreht. Ausufernde Jam-Passagen ufern in heftige Noise-Attacken und der allgegenwärtige psychedelische Unterton hebt „With echoes in the movement of stone“ meist in die Nähe von nicht zu Ende gedachten Proberaumaufnahmen. Großteils versuchen Minsk immer neue Facetten und Wendungen in die Songs einzubauen, so zwingend und packend umgesetzt wie z.B. bei Mastodon gehen die vier Herrschaften aber nie vor.

So kommt es stellenweise zu mühsamen Leerläufen und die Geduld des Hörer wird auf eine harte Probe gestellt. Natürlich kann ein gewisser Reiz den ausgedehnten Kompositionen nicht abgesprochen werden und mit der Zeit entwickelt die Platte eine faszinierende Eigendynamik, doch einen wirklichen Langzeitfaktor versprüht die Scheibe damit leider nicht. Daher ist das neueste Werk der aus Illinois stammenden Truppe zwar kein besonderer Geheimtipp geworden, all jene die abseits der üblichen Verdächtigen mal fremd gehen wollen ohne große Innovationen zu erwarten, werden mit „With echoes in the movement of stone“ aber trotzdem glücklich werden.

Anspieltipps:

  • Crescent Mirror
  • Comsumed By Horizons Of Fire

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