Jupiter Jones - Holiday In Catatonia - Cover
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Jupiter Jones Holiday In Catatonia


  • Label: Mathildas & Titus Tonträger
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Holiday In Catatonia“ findet die Nadel im Notenhaufen!

Jupiter Jones, die Dritte. Die sympathische Rockband aus der Eifel kann eigentlich gar nicht anders, als auf ein Neues und wie gewohnt ganz vorne in der Champions-League der deutschsprachigen Rock-Musik mitzumischen. „Holiday In Catatonia“ strotzt vor melodischer, starker und mit flotter Indie-Strömung dekorierten Punkattitüde und bewegt sich auch textlich wieder in schwindelerregend hohen Niveau-Sphären.

Und auch die Gästeliste ihres neues Albums hat es diesmal durchaus in sich. In Catatonia tummeln sich nämlich illustre Freunde, wie Schauspielerin und ehemalige „Spitting Off Tall Buildings“ Frontfrau Jana Pallaske („Nordpol / Südpol“), der „Die drei Fragezeichen“-Sprecher Oliver Rohrbeck („Das Jahr In Dem Ich Schlief“) und Ingo Donot himself („Du Und Jörg Haider“). Jupiter Jones haben anno 2009 die Balance zwischen dem staubig-kratzigen Sound ihres Debüts „Raum Um Raum“ und ihrem etwas melodischeren Nachfolger „Entweder Geht Diese Scheußliche Tapete Oder Ich“ nahezu perfekt justiert und Songs wie „Was Anders War“, „Eine Landjugend“ oder „Er Lässt Doch Immer Alles Fallen“ verhaken sich nicht nur aufgrund der gewohnt unter die Haut kriechenden Stimme von Sänger Nicholas Müller wie der Blitz im Trommelfell und lassen auch alle ach so müden Knochen taktvoll vibrieren.

„Hallo Angst Du Arschloch“ peitsch es einem auf dem Opener „Das Zu Wissen“ um die Ohren und erinnert noch am ehesten an den zäheren Stil aus den Anfangsjahren der Band. Insgesamt bewegen sich Jupiter Jones mehr denn je im musikalischen Spannungsfeld von Punk, Rock, Alternative und Pop, was der Stimmung des Catatonischen Urlaubs jedoch absolut keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil: So wird in „Du Und Jörg Haider“ politisch gezielt auf den Punk(t) gerockt und zusammen mit Donots-Sänger Ingo am Geisteszustand aller derer gezweifelt, die einem österreichischen Volksverhetzer nachtrauern und versuchen ihn nach seinem Tod zu mystifizieren. Und wie schon auf vergangenen akustische Bandspitzen („Oh Hätt’ Ich Dich Verloren“, „Wenn Alle Es Verstehen“, „Auf Das Leben“) haben die Jupiter-Jungs auch hier wieder gefühlsbetonte und hymnenhafte Ohrschmankerl im Gepäck. „Wer Winkt hier Eigentlich Wem“ und vor allem der Höhe- und gleichzeitige Schlusspunkt „Und Dann Warten“ sind einfach aufrichtig, glaubwürdig und sprechen einem direkt aus der Seele.

„Holiday In Catatonia“ findet die Nadel im Notenhaufen! Ob unverhohlen rockig oder auch melancholisch charmant. Jupiter Jones präsentieren uns wieder ein ungemein facettenreiches Album auf ihrem Silberling-Tablett, das nicht nur die vertextlichen Wahrheiten unserer Alltäglichkeiten aufdeckt sondern auch musikalisch genau das bietet wofür man diese Band einfach in Ohr und Herz schließen muss.

Anspieltipps:

  • Das Zu Wissen
  • Das Jahr In Dem Ich Schlief
  • Du Und Jörg Haider
  • Wer Winkt Hier Eigentlich Wem
  • Und Dann Warten

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  • 2019    
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