Louis Lament - Golden Fleece - Cover
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Louis Lament Golden Fleece


  • Label: TV Eye/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Globalisierung lässt grüßen! So verwundert es höchstens einen Augenschlag, dass der neue Danko Jones Louis Lament heißt und aus Köln kommt. Brian Louis Ramirez (Gesang und Bass), Stefan Schoo (Gitarre) und Pilo Lenger (Schlagzeug) haben schon mit ihrer „On Fire EP“ für einiges an Aufsehen gesorgt. Der altbackene und trotzdem frisch servierte Rock der vergangenen Dekaden lockt viele Fußpaare aufs Parkett und kann mit einer großen Extraportion Authentizität punkten. So hören sich die groovigen Riffs nicht neu, aber genau richtig an und auch Ramirez’ Gesang passt wunderbar ins Gesamtbild von „Golden Fleece“.

Es geht ziemlich geradlinig zu bei Louis Lament. Ob nun der Opener „My Dear Loneliness“ oder die anschließenden Tracks: Es herrschen einprägsame Gitarrenspuren und leichte Mitsingrefrains. Für wen hier etwas nicht dabei ist, dem ist wohl auch nicht mehr zu helfen. Zum Tanzen laden alle Tracks ein, besonders „Can I Get Some Love“. Man darf sich aber auch gern zurücklehnen und aktiv genießen, wenn „Have A Good Time“ funkige Seiten aufschlägt. Der einzige Vorwurf, den man dieser CD machen kann, besteht darin, dass die Abwechslung zu kurz kommt. Wie bereits gesagt: Parallelen zu Danko Jones lassen sich problemlos ziehen, auch wenn hier viel weniger Garage am Werk ist.

So darf man sich bequem durch Nummern wie „Katy“ und Hypnotize Me“ rocken, ohne viel nachdenken zu müssen. Dass die obligatorische Ballade auch nicht ewig auf sich warten lässt, ist keine Überraschung. „Your Alibi“ droht dann auch als Klischee-Nummer zu verkommen, was ein paar wohl platzierte Indie-Einflüsse zwar gerade so verhindern, den Song aber trotzdem nicht zu einem Himmelstürmer machen. Da funktionieren kratzige Rocker doch besser, wenn es nach Louis Lament geht. „Oh Darling“ beweist dann auch gleich, das ein Mid-Tempo-Song als Ballade viel besser funktioniert, als eben eine in Reinform.

Der Endspurt wird von einer kleinen Enttäuschung eingeführt, denn „Baby Sunday“ ist der erste Track, der wirklich zu geradlinig ist. Danach wird aber wieder die Qualität des Anfangs gefunden und es bleibt festzuhalten, dass den Kölner teilweise gelingt, was Wolfmother mit ihrem selbst betitelten Album gelang. Authentischer 60er-Rock der Stimmung macht und sich nicht zwanghaft versucht der Neuzeit anzuschließen. Ganz fehlerfrei gelingt es zwar nicht, doch Anerkennung haben sich die drei jungen Mannen auf jeden Fall verdient und vielleicht ist dieses Album ja ihr erster Schritt zum „Golden Fleece“.

Anspieltipps:

  • My Dear Loneliness
  • Oh Darling
  • Golden Fleece

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