Devin Townsend Project - Ki - Cover
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Devin Townsend Project Ki


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 67 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Devin Townsend Project? Schon wieder ein neuer Bandname? Wieso denn das? Nun, der Kanadier hat seine Band Strapping Young Lad aufgelöst und sich vom jeglichen Drogenkonsum, Alkohol und anderen Süchten losgelöst. Wer sein Werk „Ziltoid The Omniscient“ gehört hat, weiß, dass eine Sucht von ihm Kaffee war. Townsend musste erst lernen ohne Drogeneinfluss Musik zu schreiben. Ergebnis: Neue Lebensphase = neuer Bandname. Oder besser gesagt Projekt. Denn dieses Album ist der erste von vier Teilen eines größeren Konzepts. Alle sollen im Jahre 2009 unter dem Namen Devin Townsend Project das Licht der Welt erblicken. Jedes anders! Sowohl musikalisch als auch von der Bandbesetzung, da diese je nach Musikstil rekrutiert wurde. Auf dieser Scheibe lautet die Personalbesetzung: Duris Maxwell am Schlagzeug, Dave Young an den Tasten, Jean Savoie am Bass und natürlich Devin Townsend an der Gitarre und am Mikrofon.

Was uns das musikalische Genie aus Kanada diesmal präsentiert, ist deutlich anders als seine bisherigen musikalischen Reisen. Progressive Metal? Mitnichten! „Ki“ ist ein ruhiges Album, das sehr kontrolliert ist und keine für Townsend typischen musikalischen Achterbahnfahrten zulässt. Wut und Zorn brodeln bei einigen Songs unter der Oberfläche, werden jedoch fast immer abgewürgt und nicht an die Oberfläche gelassen. So bei „Disruptr“, welches sich durch ein ständiges Auf und Ab windet aber im Endeffekt nicht überschäumt. Ähnlich beim nächsten „Gato“, das zwar eine steigende Intensität darlegt, aber immer im entscheidenden Moment der Zuspitzung an Fahrt raus nimmt. Einzig „Heaven Send“ lässt ein wenig mehr Luft raus mit einem chaotischen Gitarrenpart im Mittelteil und freien Emotionsausbrüchen zum Ende hin. Überraschenderweise taucht hier eine Frauenstimme auf (wie auch in „Gato“ und „Trainfire“) und sorgt für angenehme Abwechslung. Apropos Gesang. Herr Townsend arbeitet vor allem mit flüsterndem Gesang, der sich ab und an steigert und zum bedrohlichen Growling mutiert („Disruptr“), zu einem leisen melodischen Gesang entwickelt („Terminal“) oder in plötzlichen Schreiparts mündet („Heaven Send“). Abwechslungsreich und abgefahren ist vor allem „Trainfire“, bei dem am Anfang einen das Gefühl beschleicht es handelt sich um eine Rock n Roll Nummer von Elvis Presley. Die Rhythmusabteilung in Form von Duris Maxwell treibt das Lied mit einem Schlagzeugpart an, der an einen fahrenden Zug erinnert. Textlich handelt es sich übrigens um den Konsum von Pornographie.

Ansonsten dominieren die sanften Klänge das Album. Auch bei der Gitarrenarbeit geht Townsend andere Wege als sonst. Er benutzt keine Verzerrung, fast nur reine Klänge und sparsam mit Akkorden und Noten ist er ebenso. Auf der einen Seite haben wir sehr gelungene ruhige Stücke, vor allem das melodische „Terminal“, das durch Akustikgitarre geprägte „Quiet Riot“ und das gesanglich variable „Coast“ zu verbuchen. Auf der anderen Seite kriegen wir ruhige Kost geboten, der man einen Lückenfüllcharakter nicht absprechen kann. So beim improvisierten Stück „Ain’t Never Gonna Win…“, welches lediglich als Überleitung dient und dem abschließenden „Demon League“. Interessant ist noch „Ki“, ein weiterer ruhiger Song, jedenfalls bis zur Hälfte seiner Spielzeit. Was dann passiert, ist in Worten schwer zu fassen. Eine Entwicklung nimmt ihren Lauf und mündet in einem Crescendo der besonderen Art: Überlagerte Hintergrundstimmen, undefinierbares Drumming und dann kommt noch die fast opernartige Gesangslinie von Townsend oben drauf.

Ein durchaus gelungenes Werk, das zwar einige kleine Schwächen hat, aber im Allgemeinen durch den einzigartigen Townsendschen Klangkosmos anders und fesselnd ist. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Teil in den Rest einfügt. Übrigens heißt Teil zwei „Addicted“ und Teil drei „Deconstruction“. Da kommt einiges auf uns zu dieses Jahr.

Anspieltipps:

  • Disruptr
  • Gato
  • Terminal
  • Trainfire
  • Ki

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