Mystic Prophecy - Fireangel - Cover
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Mystic Prophecy Fireangel


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Erst acht Jahre dabei und trotz fünf Alben noch immer kein bisschen müde. Entgegen der ständigen Stolpersteine, die in Form von Besetzungswechseln, flöten gegangenen Plattenverträgen oder scheinbar ausgeschöpfter Genregrenzen über Mystic Prophecy hereingebrochen sind, legen die Herrschaften R.D. Liapakis (Gesang), Markus Pohl (Gitarre), Constantine (Gitarre), Connie Andreszka (Bass) und Steve Dittrich (Schlagzeug) mit „Fireangel“ durch und durch unbeeindruckt von jeglichen Krisen ihren bereits sechsten Longplayer vor. Darin wird allerdings nicht nur die leicht angedeutete Kurskorrektur des Vorgängers „Satanic curses“ (10/2007) in Richtung Heavy Metal erneut aufgenommen und ausgebaut, sondern auch in punkto Härtegrad und Aggressivität legen die Deutschen ordentlich zu.

Unter der eigens geschaffenen Pseudo-Bezeichnung „Dark Heavy Power Metal“ holzt der Fünfer munter zwischen Power, Thrash und der NWOBHM umher, ohne einen kritischen Blick auf das eigene Material als Gesamtwerk zu werfen. In diesem Sinne fungieren „Across the gates of hell“ und „Demons crown“ zwar als ordentlicher Auftakt, dass die Truppe aber vor allem im Bereich Refrain schon eindringlichere Hymnen aus dem Hut gezaubert hat, dürfte ihnen im hektischen Treiben allerdings abhanden gekommen sein. Im weiteren Verlauf ist das jedoch nicht der einzige Schwachpunkt, auf den „Fireangel“ zusteuert. Inmitten der heftigen und energetischen Gitarrensalven, sowie dem stellenweise an eine jüngere Ausgabe von Biff Byford (Saxon) gemahnenden Reibeisen Liapakis, ist es Unruhe und verlorene Bodenhaftung, die Mystic Prophecy zelebrieren.

Die Idee hinter den Songs, mit einem abgewandelten Stilkonglomerat den gleichen Druck zu erreichen wie auf vorangegangenen Veröffentlichungen, ist simpel, aber leider nicht effektiv genug. Zu oft entsteht beim Hörer der Wunsch es einfach nur einmal krachen zu lassen und die alte Power Metal-Mentalität, die bei Mystic Prophecy glücklicherweise immer von stumpfem Hü Hott-Tempo und sinnentleerter Phrasendrescherei verschont blieb, auszugraben. Vereinzelt ist auszumachen wie „Fireangel“ klingen hätte können, doch irgendwie gehen selbst diese Reminiszenzen an das Frühwerk der Band auf Dauer im Mittelmaß unter. Was bleibt ist eine gute Dreiviertelstunde groovende Abreibung, die trotz forscher Spielweise und Luftgitarrenfaktor 10 einfach nicht mitreißt und schnell langweilt.

Anspieltipps:

  • Demons Crown
  • Death Under Control
  • Across The Gates Of Hell

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