Eels - Hombre Lobo: 12 Songs Of Desire - Cover
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Eels Hombre Lobo: 12 Songs Of Desire


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mark Oliver Everett hat den Werwolf für und in sich entdeckt!

Verdammt hoch gelegt haben die Eels die Latte für ihr neues „Werwolf“-Album, haben sie doch vor einem Jahr mit dem Best-Of-Album „Meet The Eels“ auf einer CD mit knapp 80 Minuten Spielzeit bewiesen, welche Juwelen sie in zehn Jahren auf den Markt gebracht haben. Da kann es ein neues Album nur schwer haben. Aber nun erst einmal Schluss mit der Mehrzahl. Von DEN Eels zu reden, misst der Band eine zu große Bedeutung bei, denn eigentlich geht es doch wieder nur um Sänger und Songwriter E – Mark Oliver Everett, der den Werwolf für und in sich entdeckt hat. Das wilde Ich ist dabei erstaunlich erfrischend und entspannt bei der Sache – natürlich lechzt er hin und wieder nach „Fresh Blood“, gibt sich sonst aber eher friedlich und harmlos. Dabei steht ihm der getriebene Sound von „Fresh Blood“ doch am Besten – zusammen mit dem Gänsehaut-Sehnsuchtssong „The Longing“ liefert E in der Mitte des Albums die beiden musikalischen und textlichen Höhepunkte ab.

Auch wenn ein so begnadeter Songschreiber anscheinend nicht in der Lage ist, wirklich schlechte Songs zu schreiben, kann dieses hohe Niveau diesmal nicht über die gesamte 40 Minuten gehalten werden. So plätschern einige Balladen etwas ziellos und uninspiriert dahin („My Timing Is Off“, „All The Beautiful Things“) und dass der Mann an den Reglern sich nicht besonders anstrengen musste, weil Übersteuerungen und Verzerrungen gewünscht sind, ist man von E schon gewohnt. Doch diesmal übertreibt er es, da nahezu jeder Rocksong E’s eindringliche und unverwechselbare Stimme verstümmelt – dabei wäre bei den ansonsten starken Trash-Songs „Prizefighter“ und „Lilac Breeze“ noch mehr Potential drin gewesen.

Einzig zu „Tremendous Dynamite“ – bei dem die Regler aus dem roten Bereich gar nicht mehr rauskommen – passen die Verzerrungen hervorragend. Zum Ende greift E noch einmal ganz tief in seine Talentkiste und zaubert mit „Beginner’s Luck“ und „Ordinary Man“ zwei typische Eels-Hits aus dem Hut. Die haben neben zwei, drei weiteren Songs sicherlich erneut das Zeug, um sich auf dem nächsten Eels-Best-Of zu platzieren. Und mehr bedarf es ja nicht!

Anspieltipps:

  • The Longing
  • Fresh Blood
  • Tremendous Dynamite
  • Beginner’s Luck
  • Ordinary Man

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