Sunrise Avenue - PopGasm - Cover
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Sunrise Avenue PopGasm


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 49 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Teen-Pop, der schwer verdaulich im Magen liegen bleibt.

Jede Hausfrau oder jeder Hausmann weiß, dass es Weichspüler für ihre/seine Wäsche gibt, der Vor- und Nachteile hat: Die Vorteile des Weichspülers sind der gute Geruch und die Weichmacherqualität, als Nachteile gelten die Umweltschädlichkeit und einige Kleidungsstücken vertragen diese chemischen Zusätze einfach nicht. Übertragen auf die Musik der finnischen Band Sunrise Avenue, die ihr zweites Album vorlegen, kann man feststellen, dass die Weichspülermusik, die die Band um Frontmann Samu Haber und die Produzenten Jukka Backlund sowie dem Macho Psycho Team, welches aus Niklas Olovson und Robin Lynch besteht, vorlegt, den Hörer selten begeistert. Die Stimme des smarten Sängers Haber ist recht prägnant, offenbart aber bis auf den letzten Song recht wenig Bandbreite. Sunrise Avenue versucht Rock- und Popelemente zu verbinden, doch bleibt da immer der Nachgeschmack des Halbgaren. Es klingt alles recht gefällig, aber der Erinnerungswert scheint nicht besonders hoch zu sein.

Der Opener „Dream like a child“ geht als klinisch reiner Radiopopsong durch, der so vorbei rauscht und wenig berührt. Die Singleauskopplung „The Whole Story“ versucht es mit etwas mehr Tempo und Rockgitarren, die eine durchaus ansehnliche Melodie führen, da gibt es Tempowechsel und einen einprägsamen Refrain, wobei das jetzt nicht neu klingt, sondern eher wie schon mal irgendwo gehört. Die Verwandtschaft mit den finnischen Kollegen von The Rasmus, dabei klingen Sunrise Avenue viel weniger düster, ist unüberhörbar, doch innovativ klingt anders. Da gibt es Möchtegern-Rocker wie „Rising Sun“oder „Bad“, die dermaßen einfach gestrickt sind, dass sogar das Vorbild von Sunrise Avenue, Jon Bon Jovi, entsetzt abwinken würde.

Durch den unüberhörbaren Akzent sind die Texte leider gut zu verstehen - ein besonders schlimmes Beispiel: „Birds and Bees“ - und nicht nur die langweilen recht schnell. Zuckersüße Balladen wie „Welcome to my life“ verderben den Geschmack und so geht es munter weiter: Rock ähnliche Tracks mit leider mit wenig erwähnenswerter Melodie reihen sich einander bis dann der vorläufige negative Höhepunkt kommt: „6-0“ lebt nur von Geigen und der Stimme Samu Habers, doch von Gänsehaut keine Spur, eher fühlt man sich von den Geigen schwer genervt und möchte das ganze schnell vergessen. Einzig der Schlusstrack ist eine schöne Pop-Ballade, die ein wenig berührt, aber sonst gibt es leider zu viel unterdurchschnittliches zu hören.

Der sehr erfolgreiche Vorgänger „On the Way to Wonderland“ hört sich im Vergleich da schon fast gut an, so enttäuschend klingt dieses Pseudo-Gerocke der Finnen. Da bleibe ich doch lieber bei den Finnen von H.I.M., die wesentlich Erwachseneres abliefern als dieser Teen-Pop Marke Sunrise Avenue, der schwer verdaulich im Magen liegen bleibt.

Anspieltipps:

  • The Whole Story
  • Something sweet

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