Yppah - They Know What Ghost Know - Cover
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Yppah They Know What Ghost Know


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Geboren als Jose Luis Corrales Jr. gab sich der US-Amerikaner den Künstlernamen Yppah, was einfach für das rückwärts geschriebene „happy“ steht und musikalisch eine freie Reise durch Electronica, Dream-Pop und psychedelischen Soul/Hip Hop darstellt. Nach seiner Zeit als Teenager in diversen Rockbands verbrachte Joe Corrales Jr. die Zeit mit DJ-Sets, die Hip Hop mit House vermischten und produzierte Mash-Ups. Für sein erstes Album kam Yppah im Stall von Ninja Tune Records unter und veröffentlichte dort „You Are Beautiful At All Times“ im Jahre 2006. Eine durchaus hoch angesehene Labelheimat, wenn es um individuelle elektronische Musik geht, die wie im Falle von Yppah viel Organisches bietet, dabei aber auf elektronische Verfremdung setzt und viele Effekte bereithält, sei es nun an der Gitarre oder am Synthesizer. Dass seine Musik bereits in den Bereichen Film, TV-Serie und Trailer eingesetzt wurde, klingt nach dem Hören des aktuellen Werks „They Know What Ghost Know“ wie eine logische Konsequenz, denn atmosphärisch beeindruckender kann man bewegte Bilder kaum ausmalen.

Als Wachmacher fungiert der Opener „Son Saves The Rest“, der mit viel Gitarren-Feedback und einem treibenden Schlagzeug-Rhythmus (an Breakbeats orientiert) eine Duftmarke setzt, die zwar einige Ausrufezeichen für sich beansprucht, dabei aber nicht exemplarisch für die anderen Tracks zu verstehen ist. So spielt sich „Gumball Machine Weekend“ mit sonnigem Gemüt in die Herzen und legt erst in der zweiten Hälfte an Dynamik zu, die wieder einmal zu einen großen Anteil durch den organischen Schlagzeugsound begünstigt wird. Ansonsten verzaubern raschelnde Electronica und Xylophon-artige Synthesizer-Melodien die Hörerschaft.

Diese erlebt während der 50 Minuten eine wohlige Fahrt durch Melancholie, Aufbruch und Entspanntheit, die ohne gesungene Worte auskommt, lediglich auf vereinzelte Sprachsamples setzt. Wenn, wie bei „City Glow“, das Lichtermeer einer Großstadt dem Titel entsprechend vor dem inneren Auge erscheint, werden dank der Tonleitern rauf und runter jagenden Effektgeräte Erinnerungen an My Bloody Valentine wach und es stellt sich durch den aufkommenden Uptempo-Beat eine euphorische Erlösung ein. Im anschließenden „Sun Flower Sun Kissed“ wird dieses Thema weitergeführt und in einer gelockerten Atmosphäre den Synthesizern, der Rhythmus-Abteilung sowie dem Sechssaiter freier Lauf gelassen. Yppah überzeugt damit auf ganzer Linie und gibt seinem musikalischen Gemälde so viele Schattierungen wie möglich, ohne auch nur einen Hauch von Leichtigkeit einbüßen zu müssen. „They Know What Ghost Know“ will dabei viel, erreicht Beeindruckendes und lädt zum Chillen wie zum beschwingten Hörgenuss gleichermaßen ein.

Anspieltipps:

  • Son Saves The Rest
  • Sun Flower Sun Kissed
  • The Tingling
  • A Parking Lot Carnival

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