The Dead Weather - Horehound - Cover
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The Dead Weather Horehound


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Sogenannte „Supergroups“ sind häufig mit Vorsicht zu genießen: Meist scheitern sie an zu hohen oder falschen Erwartungen, daran, dass die Bandmitglieder musikalisch einfach nicht auf einer Wellenlänge liegen oder zu große Egos haben. The Dead Weather – bestehend aus Alison Mosshart (The Kills), Dean Fertita (Queens Of The Stone Age), Jack Lawrence (The Greenhornes/The Raconteurs) und Jack White (The White Stripes, The Raconteurs) – könnte man als eine solche Supergruppe bezeichnen, nur dass sich hier die Größe der Namen auch im Einklang mit der dem Ergebnis „Horehound“, der ersten Platte der Band, steht.

Und verdammt! Es ist als, hätten The Dead Weather einen Pakt mit dem Teufel geschlossen, so höllisch rockt, groovt, scheppert und frickelt die Platte sich durch Blues, Soul, Heavy und Psychedelic Rock. Roh und teilweise unausformuliert kommen Songs wie „Hang You From The Heavens“ daher, wenn immer wieder Jack Whites Schlagzeug alleine zu hören ist, und sich dann der Rest der Band plötzlich auf den Song stürzt, die Gitarren alles kurz und klein hauen und Mosshart keifend und rotzig ihre markante Stimme ertönen lässt: „I'd like to grab you by the hair, and hang you up from the heavens“.

„60 Feet Tall“, der Eröffnungstitel, besticht durch seinen groovenden Bass und seine unvorhersehbaren Ausbrüche, wenn die Band plötzlich das Tempo anzieht und ein kratzendes Gitarrensolo zum Höhepunkt führt. Bei diesem Eindruck ist klar, dass The Dead Weather einen Dreck auf dicke Arrangements geben. Dennoch darf bei Experimenten wie dem psychedelischen, von Raggae-Gitarren getriebenen „Cut Like A Bufallo“ eine Orgel nicht fehlen, während White und Mosshart wilde Vocal-Orgien feiern.

Düster und bedrohlich klingt das sich langsam steigernde Highlight „So Far From Your Weapon“. Wild und rockig gibt sich „Treat Me Like Your Mother“, in „Rocking House“ liefern sich Sängerin und Schlagzeuger ein staubiges Westernduell. „Bone House“ wartet mit Synthiesyrenen auf, in „No Hassel Night“ darf der Bass so richtig knattern und mit „3 Birds ist auch ein Instrumentaltrack dabei. Das langsam dahin gehauchte, nochmals psychedelische „Will There Be Enough Water“ bringt den gebührenden Abschluss des Albums, bei dem auch ein Klavier zu hören ist. „When I say sail, will there be enough wind?“ Man sieht ihr Schiff quasi Nachts klammheimlich sachte davon segeln.

The Dead Weather halten nicht nur das, was sie versprechen, sondern bieten noch viel mehr, wenn sie einen vollkommen unzeitgemäßen und dreckigen Sound entstehen lassen, der in so bestechender Form wohl nicht zu erwarten war. Ausfälle sind keine zu verzeichnen, alles passt zueinander, die Band klingt ungezwungen, lässig und ja, verdammt sexy.

Anspieltipps:

  • 60 Feet Tall
  • So Far From Your Weapon
  • Bone House
  • Will There Be Enough Water

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