Prince - LOtUSFLOW3R - Cover
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Prince LOtUSFLOW3R


  • Label: NPG Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Prince Rogers Nelson (50) kein gewöhnlicher Künstler ist, braucht man heutzutage keinem Musikinteressierten mehr erzählen. Und dass das 1,57 Meter kleine Musikgenie schon frühzeitig alternative Vertriebsformen über seinen Fanclub und das Internet erfand, ist ebenfalls eine bekannte Geschichte (man erinnere sich nur an das fünf CDs umfassende „Christal Ball“-Projekt aus dem Jahr 1997). Der Unterschied zu vielen Künstlern, die es Prince damals nachmachten: Er ist diesen „Spielchen“ bis heute treugeblieben.

Nachdem er das „Planet Earth“-Album (07/2007) ganz sicher zur Freude seines Vertriebspartners Sony Music kostenlos einer britischen Wochenzeitung beilegte, hat er sich für die Veröffentlichung seines ca. 25. Studioalbums etwas ganze Neues ausgedacht. Ende März startete die Internetseite „Lotusflow3r.com“, auf der sich der geneigte Fan für einen Jahresbeitrag in Höhe von 77 Dollar registrieren lassen und sich das neue Dreifach-Album (!) des Meisters herunterladen kann. Das Set unterteilt sich dabei in die beiden Prince-Werke „Lotusflow3r“ und „MPLsound“ sowie in das Debüt „Elixer“ seiner neuen Gespielin Bria Valente. Darüber hinaus erschien das 3-CD-Set als Digipack exklusiv in den Supermärkten der US-Kette Target. Das reichte, um einen Einstieg auf Platz zwei der Billboard Charts zu generieren. Da sieht man mal wieder, was für eine treue und große Fanschar der 50-Jährige noch auf sich vereinigen kann.

Prince - „Lotusflow3r“:

Grundsätzlich kehrt Prince auf seinen beiden 2009er Alben zurück zu den Wurzeln. Das gilt sowohl für die Art der Kompositionen, als auch für den sehr rau belassenen Sound. So stehen auf „Lotusflow3r“ die Gitarrenkünste des Herrn Nelson im Vordergrund. Das beginnt bei dem skizzenhaften Jazzrock-Instrumental „From the Lotus...“, geht über den groovigen Gitarrenrocksong „Boom“, die 60er-Jahre-Coverversion „Crimson and clover“ mit genialischen Riffs und die eingängige Pophymne „4ever“. Wie immer dabei: Der berühmte Falsettgesang des Meisters.

Mit tiefer Stimme intoniert Prince den Gänsehaut erzeugenden Midtempo-Groover „Colonized mind“, während das coole „Feel good, feel better, feel wonderful“ an gute alte Funkrock-Tage gemahnt. In „77 Beverly Park“ scheint es Prince auf eine Gondel im Canale Grande in Venedig verschlagen zu haben (romantisch, aber auch ein bisschen strange), während es in „Wall of Berlin” wiederum sehr funky wird – eine Steilvorlage, um auf der Gitarre wild zu improvisieren. Kurz vor Schluss wird auch in „Dreamer“ noch mal heftig abgerockt und auf der Gitarre gezaubert. Jimi Hendrix wäre stolz auf Prince!

Fazit: Von allen Alben des Prince-Dreierpacks ist „Lotusflow3r“ eindeutig das stärkste. Warum, steht auch in den Rezensionen zu „MPLsound“ und „Elixer“.

Anspieltipps:

  • 4ever
  • Boom
  • Dreamer
  • Colonized mind
  • Crimson and clover
  • Feel good, feel better, feel wonderful

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