Prince - MPLSoUND - Cover
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Prince MPLSoUND


  • Label: NPG Records
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Prince Rogers Nelson (50) kein gewöhnlicher Künstler ist, braucht man heutzutage keinem Musikinteressierten mehr erzählen. Und dass das 1,57 Meter kleine Musikgenie schon frühzeitig alternative Vertriebsformen über seinen Fanclub und das Internet erfand, ist ebenfalls eine bekannte Geschichte (man erinnere sich nur an das fünf CDs umfassende „Christal Ball“-Projekt aus dem Jahr 1997). Der Unterschied zu vielen Künstlern, die es Prince damals nachmachten: Er ist diesen „Spielchen“ bis heute treugeblieben.

Nachdem er das „Planet Earth“-Album (07/2007) ganz sicher zur Freude seines Vertriebspartners Sony Music kostenlos einer britischen Wochenzeitung beilegte, hat er sich für die Veröffentlichung seines ca. 25. Studioalbums etwas ganze Neues ausgedacht. Ende März startete die Internetseite „Lotusflow3r.com“, auf der sich der geneigte Fan für einen Jahresbeitrag in Höhe von 77 Dollar registrieren lassen und sich das neue Dreifach-Album (!) des Meisters herunterladen kann. Das Set unterteilt sich dabei in die beiden Prince-Werke „Lotusflow3r“ und „MPLsound“ sowie in das Debüt „Elixer“ seiner neuen Gespielin Bria Valente. Darüber hinaus erschien das 3-CD-Set als Digipack exklusiv in den Supermärkten der US-Kette Target. Das reichte, um einen Einstieg auf Platz zwei der Billboard Charts zu generieren. Da sieht man mal wieder, was für eine treue und große Fanschar der 50-Jährige noch auf sich vereinigen kann.

Prince – „MPLsound“:

Wenn „Lotusflow3r“ das Rockalbum des Dreiersets ist, stellt „MPLsound“ das Dancealbum dar. Schon der Opener „(There’ll never B) another like me“ zerrt den Hörer mit seinen hypnotischen Bass-Grooves auf die Tanzfläche. „Chocolate box“ lässt keine Zweifel aufkommen, dass der Place to be auf dem Dancefloor ist. Auch hier pumpen die Bässe, es wird gerappt, gehechelt und der Schweiß rinnt von der Stirn. Gut, dass „Dance 4 me“ einen Gang runterschaltet und das kopulationsfördernde „U’re gonna C me“ mit süßlichen Klängen den Weg auf die Futon-Spielwiese weist. Ja, ja, Prince, der alte Verführer.

Eher belanglos klimpert „Here“ aus den Boxen (der verliebte Prince eben...) und auch der verhaltene Funk von „Valentina“ reißt einen nicht vom Hocker, ganz zu schweigen vom grenzwertigen Refrain, der verdächtig nach „Hey Macarena” klingt. Ganz großartig ist dagegen die R&B-Ballade „Better with time“, die ungeheuer gefühlvoll und ganz ohne Albernheiten daherkommt. Gespenstischen Electro-Funk bietet „Ol’ skool company“ und das finale „No more candy 4 U“ kommt als hyper-nervöser Pop-Funk-Stomper aus den Boxen gerauscht, dass Frank Zappa seine Freude daran hätte.

Auch „MPLsound“ bietet Prince pur. Dennoch war es gut, die Songs von „Lotusflow3r“ und „MPLsound“ zu trennen, da sie unterschiedlicher nicht sein können. „MPLsound“ zeigt den tanzbaren Prince mit Hang zur Beliebigkeit, während „Lotusflow3r“ einem verspielten Gitarrenvirtuosen freien Lauf lässt.

Anspieltipps:

  • Chocolate box
  • Better with time
  • U’re gonna C me
  • No more candy 4 U
  • Ol’ skool company

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