IQ - Frequency - Cover
Große Ansicht

IQ Frequency


  • Label: Inside Out/SPV
  • Laufzeit: 62 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt Bands, die scheinen ungeachtet ihres Umfelds ewig zu existieren. Gegründet in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrtausends von Musikern, die mittlerweile fast ausnahmslos ausgetauscht wurden, klingen diese Bands noch heut so wie damals. Für die einen sind solche Rock-Dinosaurier schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäß, für die anderen (vor allem die ältere Hörerschaft) der einzige Lichtblick im modernen Musik-Dschungel. Besonders im Genre des Prog-Rock haben zahlreiche Vertreter bis heute überlebt: Asia und Saga sind dabei wohl die prominentesten, doch auch die Engländer von IQ können sich beim Erscheinen ihres mittlerweile zehnten Albums auf eine nach wie vor ansehnliche Fan-Gemeinde verlassen. Diese musste sich, unter anderem bedingt durch mehrere personelle Veränderungen, diesmal ganze fünf Jahre lang bis zum Release des nächsten Longplayers gedulden – und wieder einmal ist es eine echte IQ-Platte geworden.

Genauso wie seine Vorgänger verteilt „Frequency“ seine mehr als einstündige Laufzeit auf wenige, dafür aber bis ins kleinste Detail durchdachte, Einzeltitel. Wie das im Endeffekt klingt demonstriert schon der gleichnamige Opener, der sein Grundkonzept beinahe 10 Minuten lang in allen erdenklichen Facetten ausführt: anfangs dominiert ein klarer Rhythmus zu dem sich erst langsam eine Melodie entwickelt, später stehen mal Klavier, mal Gitarre und mal die Stimme von Peter Nicholls im Vordergrund. Und auch im weiteren Verlauf des Albums verfolgt das Quintett ohne Rücksicht auf übliche Song-Strukturen und kommerzielle Erfolgsaussichten seinen eigenen Stil und verwöhnt den geneigten Hörer mit anspruchsvoller und durchgehend hochqualitativer Musik.

Einzig „One Fatal Mistake“ kommt ohne nennenswerte Stil- und Tempowechsel und mit einer verhältnismäßig kurzen Spieldauer aus. Hier versuchen sich die Briten an einer klassischen Rock-Ballade und meistern diese Herausforderung so mühelos, dass man den Eindruck nicht los wird, sie könnten problemlos ein wesentlich Mainstream-tauglicheres Album schreiben – wenn sie denn wollten. Sie wollen nicht, und genau deswegen ist auch diese Veröffentlichung eine Bereicherung für den Plattenschrank all jener, die sich nicht ausschließlich auf Massenradio-taugliche Musik beschränken möchten. Man darf gespannt sein, wie viele Einträge IQ ihrer Diskographie noch hinzufügen werden.

Anspieltipps:

  • Frequency
  • One Fatal Mistake
  • The Province

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
Diskutiere über „IQ“
comments powered by Disqus