Elvis Costello - Secret, Profane & Sugarcane - Cover
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Elvis Costello Secret, Profane & Sugarcane


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 51 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dass Elvis Costello weiß, was für Musik er machen will, sollte jedermann bekannt sein.

Elvis Costello ist noch gar nicht so alt mit seinen bald 55 Jahren und doch denkt man beim klassischen Cover schnell an eine Altherrenplatte der Marke Neil Diamond. Eine von diesen ruhigen CDs, die sich nicht groß aufdrängt, sondern einen schönen Abend verspricht, der geradezu nach einem Glas Rotwein schreit. Zwar ist hier kein Rick „Ich polier die Jungs von gestern“ Rubin mit am Werk, dafür aber der alte Wegbegleiter T Bone Burnett. Und anstatt neuer Arrangements und Kompositionen war es dieses Mal das Ziel Country-Musik der alten Schule zu machen. So oft ist jetzt schon das Wort „alt“ im ersten Absatz gefallen, aber das ist kein Grund abgeschreckt zu sein. Wie sagte Großvater schon immer so schön: Früher war alles besser!

Dass Elvis Costello weiß, was für Musik er machen will, sollte jedermann bekannt sein. Wer dem Mann mit dem eindrucksvollen Vornamen kein Vertrauen schenkt, wird von der ersten Sekunde an bestraft, denn „Down Among The Wine And Spirits“ ist der erste von dreizehn waschechten Saloon-Rausschmeißern, die in ruhigem Tempo kontrastreich eine Kneipenschlägerei untermalen könnten oder doch eher an ein gemütliches Lagerfeuer erinnern. Auf jeden Fall möchte man ein wenig Feuerwasser bei sich haben, wenn Akustikgitarren und Banjos sich mit Castellos rauer Stimme paaren. Da kann man sich zurücklehnen und ein Feuerwasser nach dem anderen Genießen.

Eigentlich doch perfekt, wäre da nicht die minimale Schwäche, dass die Drehzahlen wirklich auf einem Minimum rangieren. So ist zwar jeder Song für sich eine kleine Perle, das Gesamtbild aber leidet. Unfair? Nur weil kein Song wirklich kracht, gibt es keine höhere Bewertung dieses feinen Stücks Musik? Mitnichten! Aber wenn ein Album auch mal ganz unbemerkt am Hörer vorbeirauschen kann und nur noch netter Hintergrund ist, dann fehlt halt doch dieses gewisse Etwas, welches das Album zu einem echten Hinhörer macht. So erfreut man sich an kantigen Liedern wie „My All Time Doll“ oder beschwingten Stücken der Marke „Hidden Shame“. Am Ende ist das Gesamtbild so schön homogen und ohne Überraschungen, dass man bedenkenlos den ganzen Tag Castellos neuen Silberling laufen lassen kann. Er kann einem gar nicht auf die Nerven gehen, allerdings auch nicht wirklich im Ohr hängen bleiben. So hat Elvis Costello ein richtig starkes Stück Musik geschaffen, das man immer wieder gerne in den nächsten Plattenspieler wirft und doch sind es Lieder, die man am nächsten Tag (leider) schon wieder vergessen hat.

Anspieltipps:

  • Down Among The Wine And Spirits
  • My All Time Doll
  • The Crooked Line

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