Marmaduke Duke - Duke Pandemonium - Cover
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Marmaduke Duke Duke Pandemonium


  • Label: 14th Floor/Rough Trade
  • Laufzeit: 34 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Zylinder, Masken, reichlich verzierten Mänteln und Goldkette präsentieren sich Marmaduke Duke zu ihrem neuen Album „Duke Pandemonium“, das den zweiten Teil einer Trilogie darstellt. Und so schrill wie die Outfits ist auch der musikalische Output auf dem Zweitling des Duos, welches aus Biffy Clyro's Simon Neill und Sucioperro's JP Reid besteht. In dieser Trilogie dreht sich alles um den fiktionalen Charakter des Duke: „The First Album introduces us to the character of the Duke and his descent into psychosis. It was an ugly and brutal album, but this one sounds like a party album“, sagt Simon Neill. Er beschreibt das Album außerdem als einen Soundtrack an Hedonismus, Dekadenz und das Tanzen.

Das passt. Denn gleich der erste Song, „Heartburn“, empfängt den Hörer mit stampfendem Schlagzeug, nervös zuckendem Keyboard und Falsettgesang und bleibt dabei sehr minimalistisch, was auch den anderen Liedern auf dem Album anhaftet. Die experimentelle Ausrichtung des Albums wird sofort klar, dennoch macht das Hören hier in erster Linie viel Spaß und Lust auf mehr. „Everybody Dance“ ist dann auch durchaus als Aufruf zum Tanzen zu verstehen, eine funky Gitarre treibt den Song nach vorne. In die gleiche Kerbe schlagen die folgenden Lieder „Silhuettes“ mit seinem poppigen Refrain und das vom Drumcomputer bestimmte „Music Show“. Erste Abwechslung von diesem Funk-Disco-Rock-Gebräu bietet die Single „Kid Gloves“: Gezupfte Streicher führen zu einem von getragenen Synthies unterlegten melodischen Refrain. Erstmals fahren Marmaduke Duke hier nicht die Party-Schiene.

Die zweite Hälfte des Albums wird durch das vollkommen neben sich stehende, siebenminütige „Demon“ eingeleitet, welches die experimentelle Ader des Albums voll auskostet: Schräge E-Gitarren, eine vollkommen deplatzierte Akustische, Kuhglocken, Falsettgesang und eine Menge ins nichts führende Spielereien. Ein roter Faden fehlt dem Song völlig, lediglich das Ende weiß harmonisch zu versöhnen. Danach wird mit „Erotic Robotic“ und „Je Suis Un Funky Homme” wieder Partyfunk pur geboten, ehe der zweiminütige Popsong „Rubber Lover“ wieder Erholung bringt. Der Rausschmeißer „Skin The Mofo“ erzeugt mit seiner Steel Pan dann noch ein bisschen Karibik-Feeling, bevor sich Neill und Reid dann selbst nicht mehr zurückhalten können und den Hörer lachend entlassen.

Die Outfits und Aussagen der beiden über ihre Verwandtschaft, die bis zu tausend Jahre auf einen gemeinsamen Onkel zurückzuführen sein soll und nicht zuletzt auch die Musik selbst zeugen davon, dass die Trilogie über den Duke wohl eher als Spaßprojekt zu verstehen ist. Das die Songs innerhalb von einer Woche geschrieben und aufgenomen wurden kann man deutlich heraushören. Vieles klingt unausgegoren und seltsam unfertig. Dennoch kann „Duke Pandemonium“ streckenweise viel Spaß machen, jedoch wäre mehr Abwechslung durch Songs wie „Rubber Lover“ wünschenswert gewesen um dem Album mehr Standfestigkeit zu geben und auf einen Song wie „Demon“ hätte man gut verzichten können. Letztendlich kann man froh sein, das das Album nicht länger als 34 Minuten geworden ist. Die Band sagt, dass sich jedes Album von dem anderen gänzlich unterscheiden soll. Was haben die beiden Spaßvögel wohl als nächstes vor?

Anspieltipps:

  • Heartburn
  • Kid Gloves
  • Rubber Lover
  • Skin The Mofo

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