Iron And Wine - Around The Well - Cover
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Iron And Wine Around The Well


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 93 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf diesem ersten Silberling befinden sich Home-Recordings, die Sam Beam so greifbar scheinen lassen, als würde er direkt neben mir im Zimmer auf dem Sofa sitzen.

Sam Beams warme, nahezu flüsternde Stimme erfüllt die vier Wände, nur von einer Akustikgitarre und einem Banjo begleitet. Ansonsten ist es nahezu still. 41 Minuten lang. Und draußen wird es langsam dunkel, während die Sonne dem Tag ihre letzten Sonnenstrahlen schenkt. Hierhin passt seine Musik: Dazu kann man wunderbar ausspannen, einfach mal abschalten, die Augen schließen und Tagträumen. Es läuft die erste CD des neuen Doppelalbums „Around The Well“ von Iron & Wine, welches mit B-Seiten und Raritäten des amerikanischen Singer-Songwriters angereichert ist.

Auf diesem ersten Silberling befinden sich Home-Recordings, die Sam Beam so greifbar scheinen lassen, als würde er direkt neben mir im Zimmer auf dem Sofa sitzen und nur für mich spielen. Er erschafft eine unheimlich intime Atmosphäre mit seinen kleinen, direkt auf den Punkt gebrachten Stücken, die man sofort ins Herz schließen muss. Er bietet keine große Abwechslung und auch keine dicken Arrangements, denn das brauchen diese Lieder gar nicht. Obwohl eine Ansammlung von B-Seiten, erhalten die Songs im Kontext eine gemeinsame Identität und stehen zusammen wie bei einem regulären Studioalbum. Aus diesem Grund ist es auch schwierig, einzelne Lieder herauszustellen, denn sie müssen zusammen wirken. Mögliche Höhepunkte sind jedoch der Song „Morning“, bei dem die Gitarre und das Banjo so wunderbar in einander greifen und das mit Vorsicht gehauchte Postal-Service Cover „Such Great Heights“.

Auf der zweiten CD wird Beam von einer Band begleitet, doch auch hier bleibt die intime, leise Grundstimmung der ersten CD erhalten. Sind bei „Communion Cups & Someone's Coat“ noch lediglich die Akustische und eine weibliche Stimme zu hören, die Beam beim Singen unterstützt, gesellen sich beim folgenden „Belated Promise Ring“ auch ein leises Schlagzeug, Bass und Klavier dazu. Die Lieder klingen voller und können jetzt natürlich auch ein wenig mehr Abwechslung bieten. Doch die Unvermitteltheit und Intimität bleiben die großen Stärken dieses Doppelalbums. „Serpent Charmer“ wird von leichten Perkussion getragen, zu denen sich auch schon mal leicht der Kopf nicken lässt, bevor das Lied abrupt und etwas schräg endet. „Carried Home“ singt Beam mit gefestigter Stimme und „Kingdom Of Animals“ lässt mit seinem flotterem Klavier und dem leicht hüpfendem Bass auch mal ein bisschen mehr Schwung zu, hier ist auch erstmals ein Akkordeon zu hören. Das neunminütige „The Trapeze Swinger“ beschließt summend und pfeifend als letzter Höhepunkt den zweiten Teil der Songsammlung.

Nach „The Shepard's Dog“ aus dem Jahre 2007 zeigt Sean Beam ein weiteres Mal, das er in die oberste Liga der Singer/Songwriter gehört. Wie viele Künstler schaffen es schon, aus B-Seiten ein so starkes Gesamtwerk zusammenzustellen? Das insgesamt 93 Minuten lange „Around The Well“ lässt nur selten die Frage aufkommen, ob nicht vielleicht eine einzelne CD besser gewesen wäre. Im Gegenteil: Die Aufteilung macht durchaus Sinn, denn die Songs passen zueinander und damit wird dieses Doppelalbum zu einem ganz besonderem, aus dem sich jeder seine Lieblingsseite aussuchen kann. So lässt sich der Tag wunderbar zu Ende bringen, beim Träumen auf dem heimischen Sofa.

Anspieltipps:

  • Morning
  • Such Great Heights
  • Kingdom of the Animals
  • The Trapeze Swinger

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