The Ettes - Look At Life Again Soon - Cover
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The Ettes Look At Life Again Soon


  • Label: KNTRST Records
  • Laufzeit: 29 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht selten lockt Bands auch im Zeitalter der digitalen Musik das schroffe Element. Die White Stripes zum Beispiel haben ihren kratzigen Stil bis heute beibehalten und genug Fans sind treu geblieben und genießen den Garagenrock fürs Stadion auch heute noch. Coco, Poni und Jem wollen sich ebenso nicht irgendwelchen Finessen hingeben, sondern einfach nur die Wände wackeln lassen. Das funktioniert garantiert. Die Neu-New-York-Szene des Garagenrock ist ein lebendes Beispiel für das Anliegen von „The Ettes“. So ist nach der ersten EP ein ganzes Album an der Reihe, wenngleich dieses nicht einmal eine halbe Stunde währt.

Gleich zu Beginn wird ordentlich mit dem Fuß gestampft, denn das Kratzen, was der Hörer fühlt, ist nicht im Hals, sondern kommt von den Gitarren. Das Schlagzeug knallt dumpf in bester White-Stripes-Manier und alles scheint richtig zu sein. Da es sich um recht einfachen (und kurzen) Garagenrock handelt, rechnet ja niemand mit einer Sensation und so machen die jeweils zweieinhalb Minuten eine Menge Laune, bis sie irgendwann langweilig werden. Kurzweilige Alben funktionieren mitunter sehr gut, weil sie sich nicht abnutzen und/oder nicht schwer im Magen liegen. The Ettes sehen sich allerdings schon nach wenigen Liedern mit einigen Problemen konfrontiert.

Spätestens mit „To Arms“ setzt Langeweile ein. Nicht, dass die Songs an Qualität verlieren, sie sprühen einfach alle nur den identischen Charme aus. Da seufzt man beinahe erleichtert, dass das Album nur so kurz ist. Durch eine halbe Stunde feiert man sich ja gerne noch durch, doch dann ist das Maß an Eintönigkeit auch voll. Rock’n’Roll der sich auf das kleinste Haar gleicht. So ist dieses Album extrem Stimmungsabhängig und mal rockt man sich eine halbe Stunde die Seele aus dem Leib, wogegen an anderen Tagen nach einem Song Schluss ist, weil man sich ja nicht elf Mal den gleichen Track anhören muss. Die einen werden es lieben, wie die Gitarren in jedem Stück nur so kratzen, anderen wird hierbei schnell langweilig. Es ist immer alles Geschmackssache. Tatsache aber ist, dass die Vorbilder Jack und Meg White um Einiges an Einflüssen mehr aufzubieten haben und ihren Lo-Fi-Rock interessanter Gestalten.

Anspieltipps:

  • You Can’t Do That To Me
  • I Get Mine
  • Chilled Hidebound Hearts

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