The Band On The Edge Of Forever - The Band On The Edge Of Forever - Cover
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The Band On The Edge Of Forever The Band On The Edge Of Forever


  • Label: GIM Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Heureka. Die Deutschen haben sich letztendlich von den alten Fesseln gelöst und spielen durchweg internationale Musik. Nicht, dass Eigenheiten etwas Schlechtes sind, doch vor noch nicht wenigen Jahren klang deutscher Rock immer wie gewollt doch nicht gekonnt. Da wurde geschrammelt, wie nur möglich war, aber letztendlich hinkte die Musik doch arg hinterher. Spätestens seit Liquido hat sich jedoch Einiges getan und Bands wie „Aloha From Hell“ tummeln sich fröhlich durch die Charts, ohne allein vom Inlandbonus zu leben. Dieser Erfolgsgeschichte folgend kommt eine weitere Popgruppierung aus den Weiten der deutschen Musiklandschaft hervor und reiht sich unspektakulär und gekonnt in die wachsenden Reihen ein.

Diese neue Band kommt aus der Hauptstadt, heißt „The Band On The Edge Of Forever“ und haucht sanften Gitarrenpop in die Saiten. Dazu gesellen sich gerne Streicher und es verirrt sich auch immer mal ein Flügel: Es soll ja nicht langweilig werden. Dabei ist das Album ja sowieso recht kurzweilig angelegt. Allerdings ist mit Produzent Tobias Siebert ein Profi seines Fachs, der schon mit Tomte und Klez.E gearbeitet hat. Ohne dass es negativ klingen soll, ist ihm die Arbeit mit den Berlinern bestimmt leicht gefallen. Die simplen Grundgebilde, die immer um ein paar Details erweitert werden. Dieses Prinzip wird schon mit dem lockerleichten Beginn „Shore Leave“ überdeutlich gemacht. Das Zusammenspiel von Pianoklängen, Streichereinlagen und den Gitarren ist fast schon zu reibungslos.

Überhaupt fällt es auf, dass die Songs der Band beinahe zu gut funktionieren. Gibt sich der zweite Track „Holiday“ zwar schon ein wenig kratziger bleibt diese erfüllende Atmosphäre und so sehr Melancholie mitschwingt, überwiegt hier der Optimismus. Durchgängig beweist sich der internationale Charakter der Musik und so könnte „Cecilia“ sich auch auf einer älteren Coldplay-Platte wieder finden. Das will doch etwas heißen. Zu fröhlich wird die Musik allerdings meistens und so darf das geliebte Tasteninstrument in „Turn The Key“ wieder eine Hauptrolle einnehmen. Ohne das Tempo wirklich hochzuhalten, bleibt der Hörer in Bewegung.

Der erste Ausrutscher kündigt sich eigentlich erst mit „Skåne Girl“ an, da hier doch zu eingängig und zu aufdringlich auf den Pop gepocht wird. Das immer gleich wirkende Stück schreckt ab, wobei der Simplizismus doch bisher so gut funktioniert hat. Irgendwie ist jetzt aber die Luft raus und auch das folgende „Lullaby“ will nicht richtig zünden. Soll ein Schlaflied vielleicht auch nicht, doch auch als solches ist es nicht zu erkennen. Danach ertönt auch noch Teenie-Rock der einfachsten Sorte. Alles hört sich so katastrophal an, doch hiermit soll eigentlich nur beschrieben werden, dass das gute bis starke Niveau der ersten Songs im zweiten Drittel der CD mittelmäßig erweitert wurde.

Dann geht die Kurve jedoch noch mal bergauf und die Gute-Laune-Hymne „The Changeling“, sowie der kantige Poprocker „Socialized“ schließen das Album wirklich gut ab und machen das Debüt von The Band On The Edge Of Forever zu einem positiven Klangerlebnis. Das überindependierte Ende „Astronaut“ klingt da leider einfach nur schal und es wird wohl nie jemand erfahren, warum der letzte Song so „Lo-Fi“ aufgenommen. Wenn solche Hirngespinste und die ein oder andere Durchschnittsnummer abgeschafft werden, lässt sich aber noch eine Menge von dieser Band erhoffen, auch wenn sämtliche Rezensenten dieser Welt sich weigern werden wollen, ihren Namen auszuschreiben. Aber man kann auch so Spaß mit The Edge Of Forever haben.

Anspieltipps:

  • Shore Leave
  • Cecilia
  • Socialized

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