Rob Thomas - Cradlesong - Cover
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Rob Thomas Cradlesong


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Rob Thomas (37) gehört sowohl als Solokünstler wie auch als Mitglied der Band Matchbox Twenty und natürlich als Auftragskomponist zu den kommerziell erfolgreichsten Songschreibern der vergangenen 15 Jahre. Inzwischen werden 80 Millionen verkaufte Tonträger gezählt, an denen Amerikaner beteiligt war. So einen Künstler hütet jede Plattenfirma wie einen Schatz und ist gottfroh, wenn sie neues Material ihrer Gelddruckmaschine an Mann und Frau bringen kann.

„Cradlesong“ ist das langerwartete zweite Soloalbum von Rob Thomas nach „Something To Be“ aus dem Jahr 2005, mit dem der 37-Jährige auf Platz eins der Billboard Charts einstieg und über ein Jahr darin verweilte. Dies gilt es zu wiederholen! Und hört man sich nur „Her diamonds“, die erste Singleauskopplung aus „Cradlesong“ an, müsste es mit dem Teufel zugehen, wenn sich nicht zumindest ein ähnlicher Erfolg auf die Beine stellen ließe.

Zusammen mit Produzent Matt Serletic (Matchbox Twenty, Collective Soul, Aerosmith, Santana) zaubert Rob Thomas auch auf seinem zweiten Soloalbum wieder unglaublich eingängige Melodien aus dem Hut, die in einen unnachahmlichen US-Breitwandsound, nachdem sich alle Mainstream-Radiosender die Finger lecken, verpackt wurden. Auffällig ist dabei, dass die 14 neuen Songs deutlich rhythmusorientierter klingen, was an einer geänderten Kompositionstechnik liegt, die darauf zurückzuführen ist, dass die Songs nicht wie früher am Klavier oder auf der Gitarre geschrieben wurden, sondern auf der Grundlage eines Drumbeats. Dieses Detail lässt sich bei jedem Song heraushören und schlägt sich folglich auch in der Neuaufnahme des 1996er Matchbox-Twenty-Songs „Real world“ nieder, der damit als Vergleichsobjekt zwischen dem „neuen“ und dem „alten“ Rob-Thomas-Sound geradezu prädestiniert ist.

Zu den besten Tracks des Albums zählen neben der ersten Single die Titel „Gasoline“ und „Snowblind“, weil sie sich auf Anhieb im Gedächtnis festsetzen und mit großartigen Refrains aufwarten können. Doch darin besteht auch die Gefahr! Denn bei dieser Fülle an starken Refrains und Ohrwurmmelodien kann sich auch das Problem einer latenten Übersättigung ergeben. Deshalb hätten hier und da ein paar Reitzpunkte sowie ein paar Ecken und Kanten sicher nicht geschadet. So aber ist „Cradlesong“ wieder ein großer sahniger Geburtstagskuchen, an dem man sich mit Wonne satt isst – auch wenn nachher der Bauch schmerzt.

Anspieltipps:

  • Gasoline
  • Someday
  • Snowblind
  • Getting late
  • Her diamonds
  • Fire on the mountain

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