The Legends - Over And Over - Cover
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The Legends Over And Over


  • Label: Labrador Records
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Irgendwo zwischen Pop und Rock fungiert das Ein-Mann-Projekt „The Legends“ seit geraumer Zeit. Immer werden neue Musiker an Land gezogen und nur das Zentrum, Johan Angergard, bleibt immer gleich. Genug Zeit war es auf jeden Fall, um den eigenen Stil zu finden. Hohe Töne, eingängige Basslinien und hier und da gemütliche Gitarren. Da vereinen sich Musikgeschmäcker der letzten 30 Jahre zu einem modernen Pop mit alternden Effekten. Das funktioniert zu Beginn mit „You Won“ auch noch ganz gut, außer dass der Track sich nicht wirklich entscheiden kann, ob er jetzt süßlich fragil oder depressiv klingen soll. Aber auf jeden Fall ist das besser als „Seconds Away“, das den Anschein macht, neben einer Baustelle aufgenommen worden zu sein. So verboten wie die Gitarren kreischen, möchte man sich dieses Lied nicht häufig antun. Am Ende bleibt nur das Beten danach, dass das Ende nur „Seconds Away“ ist.

So schnell wird man diese Krachmacher auch nicht los, denn die völlig übersteuerten und überlauten Gitarren knarren auch in „Always The Same“ penetrantin das schon gebeutelte Ohr. Dieser Auftakt ist beinahe katastrophal zu nennen! Die 180°-Drehung wird dann mit Hilfe von „Monday To Saturday“ vollzogen. Butterweicher Pop mit 60er-Klängen. Lute Gitarren? Unvorstellbar. Hier trieft der Sirup beinahe. Eine süß-solide Nummer, die allerdings für Verwirrung im Konzept sorgt, welches man, ehrlich gesagt, aber auch noch sucht. Dieses scheint jedoch tatsächlich auf ruhige Popnummern abzuzielen, die sich eines altbackenen Stils nicht entledigen können. War „You Won“ etwa nur Charade? Zumindest macht Heartbeats diesen „Eindruck“, bevor wieder ein Krachorchester auf dem „Dancefloor“ Einhalt zieht. Diesmal ist es allerdings ein erträgliches „Noise“-Level, ja, der Song macht richtig Spaß.

Irgendwo zwischen Noise und Ballade fungiert Herr Angergard also nun. Das Verhältnis der Lieder ist nahezu eins zu eins. Es wird sich brav abgewechselt, nur lassen sich keine prägnanten Unterschiede zwischen den Liedern der jeweiligen Gattung ausmachen. So wird doch irgendwie langweilig und vorhersehbar ist diese Choreographie sowieso. Wenn man die Hoffnung auf einen Höhepunkt schon aufgegeben hat, erklingt „Something Strange Will Happen“. Dieser Titel trifft den Nagel auf den Kopf: Volltreffer! Hier klingt eine Ballade mal wieder frischer und hält sich nicht so sehr am 60er-Korsett auf. Gediegene Elektronik und entspannte Gitarrenriffs bestimmen das Bild und mehr Lieder dieser Sorte wären eine Wohltat.

Allerdings hat das Album nur noch einen letzten Titel und dieser muss ja wieder dem Noise zugewandt sein. Vielleicht liegt es daran, dass die Ohren sich inzwischen an den Lärm gewöhnt haben, aber in diesem letzten Song, scheint das Lautstärkeniveau der schrammelnden Instrumente erträglicher und man tanzt sich gern durch diesen Rausschmeißen. Alles in Allem ist das Album aber alles andere als legendär und von „perfektem 3-Minuten-Pop“ kann wirklich keine Rede sein. Eher nach einem unsicheren Interpreten, der sich nicht für eine Liebe entscheiden kann und auch daran scheitert diese Stilrichtungen zu einen.

Anspieltipps:

  • You Won
  • Something Strange Will Happen
  • Touch

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