Amorphis - Skyforger - Cover
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Amorphis Skyforger


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf der Stelle treten ist dieser Gruppe fremd!

Viele Fans der finnischen Metal Band Amorphis sind sich einig, dass der seit dem 2005er Output „Eclipse“ angeheuerte Sänger Tomi Joutsen mit seiner wandelbaren Stimme nicht nur der beste Sänger der Bandgeschichte ist, sondern auch indirekt eine neue Ära einleitete. Die Wandlung vom Death Metal hin zu einem nur noch schwer einzuordnenden Potpourri an metallischen Spielarten erfolgte langsam, aber stetig. „Skyforger“ ist da das Bindeglied zwischen „The Beginning Of Times“ und „Silent Waters“. Man verabschiedet sich von ehemaliger Härte und schielt mehr und mehr zum Prog Metal, der durch Folk und hymnische Arrangements zu einem einzigartigen und unverkennbaren Stil der Band erstrahlt. Das als loses Konzeptalbum angelegte „Skyforger“ behandelt wieder einmal die finnische Kalevala, diesmal den mythologischen Helden Seppo Ilmarinen sowie das Volksmärchen Die Färber des Mondes.

Mit „Sampo“ hat man das Albumhighlight direkt am Anfang platziert. Auch wenn sich der Opener stetig aufbaut, Tempi- und Stimmungswechsel bietet, setzt er sich mit aller Macht im Ohr fest. Vielleicht eine der besten Nummern, die Amorphis jemals schrieben. Ganz dicker Anspieltipp!

Das Niveau wird fortan gehalten. „Silver Bride“, „From The Heaven Of My Heart“,„Sky Is Mine“ und „Course Of Fate“ sind melodische Hymnen, die im Vergleich zu denen von „Silent Waters“ etwas sanfter, dafür aber sehr viel verspielter daherkommen. Echte Höhepunkte kristallisieren sich in Form von „Majestic Beast“ und dem Titeltrack heraus. Beide Songs glänzen mit Annäherungen an älteres Material der Finnen. Während „Skyforger“ sich aus einer akustischen Ballade langsam zu einem folkigen Melo Death Kracher aufbaut, ist „Majestic Beast“ ein schleppendes, in Ansätzen fast schon doomiges Monstrum, dass nur im Refrain von seinen Growls ablässt. „From Earth I Rose“ rundet das Erlebnis dann quasi als Viking Metal Hymne ab und lässt vor allem Erinnerungen an das Vorgängeralbum wach werden. Wem „A Servant“ oder „I Of Crimson Blood“ von „Silent Waters“ gefallen haben, wird hier die volle Breitseite abbekommen.

„Skyforger“ stellt das wohl ruhigste und progressivste Album seit dem Einstig Tomi Joutsens dar. Die Fans der härteren Gangart werden trotz einigen Ausbrüchen verdutzt aus der Wäsche schauen, können aber nicht verleugnen, dass es sich um ein extrem facettenreiches Output der Metaler handelt, welches gewohnt professionell zu überzeugen weiß. Wer sich für melancholischen Metal erwärmen kann, der hin und wieder auch mal das Euphorie-Fass aufmacht, ist bei diesem abwechslungsreichen Werk genau richtig.

Anspieltipps:

  • Sampo
  • Majestic Beast
  • Skyforger
  • Course Of Fate
  • From Earth I Rose

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