Paolo Nutini - Sunny Side Up - Cover
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Paolo Nutini Sunny Side Up


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch wenn der Schotte die Musik nicht revolutioniert, lässt sich Nutini eine Weiterentwicklung bescheinigen.

Der schottische Sänger und Komponist Paolo Nutini überraschte 2006 die Musikfachwelt mit seinem beachtlichen Debüt „These Streets“. Drei Jahre später kommt nun die zweite CD auf den Markt und der 22-Jährige setzt seinen Weg fort: Mit sehr viel Retro-Charme beweist Nutini wie zeitlos sein Country/Soul/Folk/Pop-Mix klingen kann. Seine neu zusammengestellte Band The Vipers unterstützt ihn dabei nicht nur instrumententechnisch und auch der bekannte Produzent Ethan Johns (Kings of Leon, Ryan Adams) mischte bei der Entstehung des neuen Werkes mit.

Dabei werden neben den üblichen Instrumenten Akkordeon, Mundharmonika, Wurlitzer und Trompeten eingesetzt, um einen möglichst altmodischen Sound zu kreieren, der einfach gute Laune verbreitet. Die erste Singleauskopplung „Candy“ ist schlau gewählt, denn der Song entspricht den Erwartungen, die der Hörer an Nutini hat: Eine Ballade mit feiner Melodie und sanfter Stimme wird gereicht, die an das Vorgängeralbum anknüpft und echte Qualität besitzt. Doch Nutini kann viel mehr: Das flotte „Coming up easy“ besticht durch rockige Elemente und Nutini legt gekonnt Emotion und viel Energie in seine Stimmbänder, das gefällt auf Anhieb. Es ist erstaunlich wie abwechslungsreich Nutini sein Werk gestaltet, denn er kramt tief in der musikalischen Vergangenheit, um diese erdige Atmosphäre zu schaffen, die seine Songs verströmen. Die Trompeten im Opener „10/10“ oder das schwungvolle „Pencil full of lead“, welches irgendwo zwischen Folk-Rock und „Muppetshow“-Feeling im positiven Sinne pendelt, bringen den Hörspaß, den gute Musik verbreiten sollte.

„No other way“ ist dann eine waschechte Ballade, die die Stimme des Schotten fordert und nicht nur hier kann er zeigen wie sie leicht kratzig wunderbar Emotionen ausdrücken kann. „Chamber Music“ schwelgt dann auf einmal in keltischem Flötenspiel(!) und beschränkt sich auf Gesang und die akustische Gitarre, was aber ausnahmsweise nicht überzeugt. Nutini geht also nicht auf Nummer Sicher, sondern bringt ein musikalisches Potpourri an den Start, das kaum auf die Hitparaden schielt, sondern die Funken der Spielfreude der Band inklusive des hochbegabten Sängers auf den Hörer überspringen lässt.

Es lässt sich Nutini eine Weiterentwicklung bescheinigen, denn er bleibt keinesfalls musikalisch stehen, sein weiterer Weg sieht sehr erfolgversprechend aus, auch wenn er die Musik nicht revolutioniert, sondern eher aus der Vergangenheit sein eigenes musikalisches Puzzle bastelt.

Anspieltipps:

  • Coming up easy
  • Candy
  • Pencil full of lead

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